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Your search for 'dc_creator:( "Keller, Katrin" ) OR dc_contributor:( "Keller, Katrin" )' returned 27 results. Modify search


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Bürgerunruhen

(2,346 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff und Forschungsgeschichte Da eine europaweit anerkannte und benutzbare Begriffsbestimmung für »Unruhen« im histor. Kontext fehlt, wird hier auf die derzeit im dt.sprachigen Raum am häufigsten verwendete Definition Peter Blickles zurückgegriffen: »Protesthandlungen von (mehrheitlich allen) Untertanen einer Obrigkeit zur Behauptung und/oder Durchsetzung ihrer Interessen und Wertvorstellungen. Sie sind vornehmlich politischer Natur insofern, als sie die Legitimität von obrigkeitlichen Maßnahmen (und damit die Obrigkeit an sich) in Frage stellen …« [3. 5]. Au…

Vorstadt

(842 words)

Author(s): Keller, Katrin
Als V. (engl. suburbs, franz. faubourg) bezeichnet man städt. Siedlungsteile, die sich außerhalb der Mauer bzw. des städt. Siedlungskernes, teilweise auch außerhalb des Geltungsbereiches des Stadtrechts und der städt. Gerichtsbarkeit befanden, aber in das wirtschaftliche Gefüge der Stadt eingebunden waren [1. 188]; [2]. Eine oder mehrere V. sind schon im MA bei vielen größeren und kleineren Städten anzutreffen; manche von ihnen wurden im Zuge der Stadtentwicklung oder als gezielte Stadterweiterung noch in die Kernstadt eingegliedert [1. 185]. Dies konnte sich durch die …

Festungsstadt

(803 words)

Author(s): Keller, Katrin
Fast alle der größeren Städte Zentraleuropas verfügten schon im MA über eine Stadtmauer, die bürgerliches Selbstbewusstsein und städtisches Sicherheitsbedürfnis dokumentierte. In vielen Fällen waren Städte als »Großburgen« zudem strategisch wichtige Punkte in militärischen Überlegungen von Landesherren. Sie konnten als Fluchtburgen ebenso dienen wie als gesicherte Ausgangspunkte militärischer Vorstöße. Mit dem sich im 15. Jh. durchsetzenden Wandel in der zeitgenössischen Militärtechnik und -taktik zeigte sich jedoch, dass herkömmliche Stadtmauern die…

Urbanisierung

(2,258 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff und Forschungsgeschichte Der Begriff U. bezeichnet das Phänomen des exorbitanten Wachstums von Städten, das sich seit dem Einsetzen der Industrialisierung bes. in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s zunächst in Europa, später auch in allen anderen Regionen und Gesellschaften der Welt feststellen lässt (vgl. Metropole, mit Abb.). In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch eine Erweiterung des wiss. Begriffes U. in zweierlei Hinsicht durchgesetzt: (1) U. hat im wiss. Kontext nicht mehr eine allein quantitative Dimension [10. 11 f.]; [8. 40]; [12. 11 f.]. Über das Anwachs…

Eliten

(1,372 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff und Definition Der Gebrauch des Begriffes E. war in der dt. historischen Forschung lange umstritten und ist bis heute nicht frei von politischen Implikationen. Insbes. während der 1970/80er Jahre war er negativ konnotiert; zudem gab es nur sehr wenige Untersuchungen, die sich mit politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Führungsschichten befassten. Erst seit Mitte der 1980er Jahre erfolgte in Studien zur Herausbildung des modernen Bürgertums und später zum frühnzl. Adel wieder eine stärkere Konzeptualisierung des E.-Begriffs. Dieser Befund untersc…

Bischofsstadt

(729 words)

Author(s): Keller, Katrin
Im hohen MA, als dieser Stadttyp seine größte Bedeutung erlangte, waren B. im engeren Sinne Städte mit einem Bischofssitz, in denen alle Amtsgewalt vom Bischof abgeleitet wurde [2. 239] (Bischofsamt). Sie bildeten das (namensgebende) Zentrum der jeweiligen Diözese, wobei der Bischofssitz selbst in West- und in weiten Teilen Mitteleuropas – etwa bis zur Elblinie – älter als die Stadt war. Ihre besondere Relevanz erhielten B. gerade dadurch, dass sie im westl. und mittleren Europa am Anfang der Herausbildung der Stadt okzidentalen …

Residenzstadt

(780 words)

Author(s): Keller, Katrin
Die R. als Stadt mit dem Sitz eines regierenden Fürsten entstand, als sich seit dem 15. Jh. der Übergang von der ma. Reiseherrschaft zur zunächst auf einige, später auf einen zentralen Ort fixierten fürstlichen Herrschaftsausübung abzeichnete. In vielen Fällen musste der Fürst seine Verfügungsgewalt über die jeweilige Stadt als Residenz erst gewaltsam durchsetzen (z. B. Berlin, Wien, Ende 15./Anfang 16. Jh.), aber auch ein allmählicher Prozess der Unterwerfung ist oft zu beobachten (Dresden, München). Der Landesherr ( Landesherrschaft) sicherte sich dadurch weitgehe…

Stadtsystem

(732 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Begriff des S. kann auf die europ. Nz. insofern nicht wirklich angewendet werden, als er für die Beschreibung der Städte Europas eine umfassende Komplexität suggeriert, die so kaum nachweisbar ist: Die existierenden Verbindungen und Wechselwirkungen zwischen z. T. weit voneinander entfernten Städten waren nie so dicht, dass wirklich alle Städte, unabhängig von Größe und Funktion, in ein einziges umfassendes S. integriert waren. Allenfalls kann versucht werden, den System-Begriff, der die Untersuchung und den Nachweis von Strukturen und Interdependenzen zw…

Standesbildung

(2,260 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff Im nzl. Sprachgebrauch erscheint das Wort S. erst im 18. Jh. im Kontext der Aufklärung, und zwar in der Diskussion um Bildung, die der Gesellschaft praktischen Nutzen bringen müsse. Dabei wurde immer wieder auf S. im Sinne der Berufsbildung Bezug genommen – jedes Mitglied der Gesellschaft solle die Bildung erhalten, die ihm zur Ausübung seines Berufes notwendig sei [11. 513, 517]. Erst im ausgehenden 18. Jh. wurden derartige Überlegungen angesichts zunehmend emphatischer Konnotationen des Bildungsbegriffes gerade im Alten Reich abgelöst von Forderungen nach …

Stadtgründung

(937 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Allgemein Mitteleurop. S. waren in ihrer Mehrzahl ein ma. Phänomen [3]; ihre Hochphase lag zwischen 1150 und 1250. Weitere Städte entstanden noch bis zur Mitte des 15. Jh.s, die jedoch meist klein und wirtschaftlich wenig bedeutend blieben. Danach sollte die Zahl der S. erst im Kontext der Industrialisierung des 19. Jh.s nach 1850 wieder deutlich ansteigen, nun aber unter ganz anderen Bedingungen, insbes. hinsichtlich des Rechtsstatus. Dass in der Forschung die Zeit von der Mitte des 15. Jh.s bis zum beginnend…

Frauenzimmer

(777 words)

Author(s): Keller, Katrin
Im dt. Sprachraum wurde der Begriff F. seit dem SpätMA in drei Bedeutungsvarianten gebraucht: Erstens bezeichnete er ganz allgemein das weibliche Geschlecht, fand also als Komplimentärbegriff zu »Männer« oder »Mannspersonen« Verwendung; dabei beziehen sich beide Begriffe auf Frauen bzw. Männer einer bestimmten Standeszugehörigkeit. Während etwa die bürgerliche Ehefrau oder adlige Dame und ihre Töchter durchaus als F. angesprochen werden konnten, benutzte man für ihr weibliches Dienstpersonal bzw. Frauen der Unterschichten diesen Begriff nicht…

Amtsstadt

(611 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Stadttyp der A. ist vorrangig durch zentrale Funktionen im administrativen Bereich definiert. Charakterisiert wurden diese Städte durch ihre Bedeutung als Sitz eines landesherrlichen Amtes; solche Ämter entstanden in allen mitteleurop. Flächenstaaten seit dem 14. Jh. auf unterer bzw. mittlerer Verwaltungsebene. Zwar sind vereinzelt in städtearmen Gebieten auch noch in der Frühen Nz. nichtstädtische Amtssitze (Burgen) anzutreffen, aber die Verbindung eines Amtssitzes mit einer Stadt kann in weiten Te…

Ackerbürgerstadt

(687 words)

Author(s): Keller, Katrin
Bei der A. handelt es sich um einen Stadttyp, der aufgrund von wirtschaftlichen und sozialen Merkmalen definiert und bereits im MA erkennbar wird. A. waren im rechtlich-histor. Sinne Städte (Stadt), also mit städtischen Rechten ausgestattete Siedlungen, deren Bewohner aber neben Handwerk oder Dienstleistungsberufen in erheblichem Maße Landwirtschaft betrieben. Das Ausmaß dieses landwirtschaftlichen Engagements ist entscheidend für die Zuordnung zu diesem Stadttyp: Während in fast allen spätma. und frühnzl. Städten Ackerbau, Viehhaltung, G…

Gewerbestadt

(821 words)

Author(s): Keller, Katrin
Die Typisierung als G. steht scheinbar für einen Pleonasmus – jede Stadt, auch eine Ackerbürgerstadt, unterschied sich von ihrem Umland gerade durch die Ansiedlung und Privilegierung von Handwerk, Gewerbe und Handel. Seit dem 16. Jh. prägte sich jedoch in vielen europ. Regionen ein neuer Typus von G. aus, der sich durch eine im Vergleich zu anderen Städten bes. auffällige Gewerbedichte auszeichnete, die oft auf ein einziges, nicht immer zünftig organisiertes Handwerk (Zunft) zurückzuführen war. Nicht selten hatte diese E…

Messestadt

(694 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Stadttyp der M. ist ein Spezialfall der Handelsstadt. Wie die Abgrenzung von Messe und Jahrmarkt ist auch die Differenzierung von M. und Handelsstadt in der Nz. oft schwierig; in beiden Fällen gibt es fließende Übergänge. Generell entwickelten sich M. bereits im MA aus bedeutenden Handelsstädten; diese Entwicklung war mit einem Akt zusätzlicher Privilegierung verbunden (Privilegien). M. verfügten über noch weitergehende Handels-Freiheiten als Handelsstädte i. Allg., die es insbes. auch Kaufleuten aus weit entfernten Regionen erlaubten, in de…

Handelsstadt

(711 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Begriff H. bezeichnet einen Stadttyp, der vorrangig aufgrund wirtschaftlicher Funktionen definiert wird. Zwar gehört die Funktion als Markt für den regionalen Nahbereich und damit eine zumindest lokal wichtige Rolle im Verkehrsnetz zu den grundlegenden Charakteristika jeder Stadt. Im Falle von H. aber reicht die Relevanz der Einbeziehung in Fernhandels-Verbindungen weit über diese Basisfunktion als Nahmarkt hinaus. Von erheblicher Bedeutung für die Entwicklung einer Stadt zur H. war ihre Verkehrslage an wichtigen Handelsstraßen oder als …

Bäderstadt

(701 words)

Author(s): Keller, Katrin
Das Baden zu Heilzwecken hat eine lange Tradition, wobei die Nutzung von Mineralquellen nicht an eine Stadt gebunden war, wie etwa die zahlreichen ma. und nzl. Wild- und Bauernbäder erkennen lassen. Die B. stellt insofern einen Spezialfall des Kurortes dar. Nachdem bis ins ausgehende 17. Jh. v. a. Thermalbäder Zulauf hatten, kam es in der Folgezeit zu einer umfassenderen Nutzung von Wasser als Heilmittel in Form von Trinkkuren. Dieses Angebot wurde von breiten adligen wie bürgerlichen Schichten, die sowohl über die notwendige Fina…

Mediatstadt

(682 words)

Author(s): Keller, Katrin
Entscheidendes Kriterium für die Zuordnung einer Stadt zum Stadttypus der M. ist ein rechtlicher Aspekt: M. des späten MA und der Frühen Nz. unterstanden nicht direkt dem Landesherrn des Territoriums, zu dem sie gehörten, sondern einem adligen Stadtherrn, der direkten Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen konnte. M. als Bestandteile adliger Grundherrschaften waren in fast ganz Europa anzutreffen; ihr Anteil an der Gesamtzahl der Städte war jedoch im Osten Europas – also in den Gebieten, die seit dem 17. Jh. von der sog. Gutsherrschaft geprägt wurden – bes. groß. In Polen, den Lä…

Kleinstadt

(730 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Stadttyp der K. ist in erster Linie durch das quantitative Merkmal der Bevölkerungszahl konstituiert. Die quantitative Unterscheidung zwischen einer K. und einer Stadt mittlerer Größe ist ein modernes Kriterium, das erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jh.s und insbes. im Kontext stadtgeschichtlicher bzw. urbanistischer Forschung und moderner Statistik aufgewertet wurde. In der frühen Nz. und im SpätMA wurde eine rein quantitative Kategorisierung von mitteleurop. Städten nicht angewendet, weil sich die städtisch…

Stadttypen

(1,951 words)

Author(s): Keller, Katrin
1. Begriff und Forschungsgeschichte Bei der Typisierung von histor. Städten geht es stets darum, durch Betonung eines oder mehrerer Merkmale die Spezifika einer Stadt(gruppe) herauszustellen. S. sind damit mehr oder weniger ausgearbeitete theoretische Modelle, nicht die Beschreibung eines realen Gemeinwesens. Ihr Nutzen liegt vorrangig darin, jenseits der Komplexität des Einzelfalles durch Reduktion auf einige wenige Charakteristika die Vielfalt des Materials zu ordnen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede…
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