Search

Your search for 'dc_creator:( "Gareis, Iris" ) OR dc_contributor:( "Gareis, Iris" )' returned 24 results. Modify search


Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Grenzgänger

(888 words)

Author(s): Gareis, Iris
Im wörtlichen Sinn und als Rechtsbegriff bezeichnet G. eine im Grenzgebiet lebende Person, deren Arbeitsstätte im Nachbarland liegt. Im übertragenen Sinn bezieht sich der Begriff auf das Überschreiten von Grenzen zwischen verschiedenen Bereichen, wie z. B. zwischen wiss. Disziplinen, Kunstgattungen und v. a. zwischen Kulturen. In dieser Bedeutung nähert sich der generell neutral gebrauchte Begriff des G. an denjenigen des vorwiegend negativ konnotierten Überläufers an. Im militärischen Bereich wird der Überläufer mit dem Deserteur (Desertion) und damit dem Verrät…

Alterität

(726 words)

Author(s): Gareis, Iris
A. bezeichnet eine Andersheit, meist verstanden als kulturelle Andersartigkeit und/oder Fremdheit. Als Wissenschaftsbegriff tritt A. im anthropologischen und histor. Diskurs erst in neuerer Zeit in Erscheinung und gewinnt seit den 1980er Jahren zunehmend an Bedeutung; in der Philosophie setzte dieser Prozess bereits in den 1960er Jahren ein. In der postmodernen Theoriediskussion spielt der Begriff eine zentrale Rolle, wobei A. als radikale Andersheit aufgefasst und bes. als Problem der Wahrnehmung und Repräsentation des Anderen thematisiert wird. A. steht als …

Reziprozität

(734 words)

Author(s): Gareis, Iris
R. im Sinne von »Wechselseitigkeit« (von lat. reciprocare, »zurückwenden«) ist eng mit dem Begriff der Gabe verbunden. Epochenübergreifend findet sich die Erwartung, dass eine Gabe eine Gegengabe nach sich zieht. R. muss dabei jedoch nicht eine objektiv gleichwertige Gabe bedeuten. Der Wert des erwiderten Geschenks ist vielmehr kulturabhängig und kann außerdem in verschiedenen histor. Epochen unterschiedlich festgelegt sein. Deshalb erscheinen R.-Verhältnisse anderer Kulturen oder Epochen oft asymmetrisch, k…

Segregation

(1,414 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff und Stadtgliederung Der Begriff S. (von lat. segregare, »absondern«, »trennen«) bezieht sich im heutigen Sprachgebrauch bes. auf die räumliche und soziale Absonderung bzw. Abtrennung von bestimmten Gruppen aus der Gesamt- Gesellschaft (vgl. Ausgrenzung). Im engl. Sprachraum meint S. häufig eine Rassentrennung, die noch die polit. Trennung verschiedener sozialer Gruppen hinzufügt [8]. In der räumlichen Gliederung von frühnzl. Städten traten Tendenzen zur S. deutlich hervor. So waren manche Stadtviertel bestimmten Berufen oder sozialen Schichten vorbeh…

Fruchtbarkeitsriten

(771 words)

Author(s): Gareis, Iris
Unter F. versteht man verschiedenartige rituelle Handlungen ( Rituale), die das Ziel verfolgen, die Fruchtbarkeit von Pflanzen, Tieren oder Menschen zu fördern. F. sind in unterschiedlichen Epochen und in verschiedensten Regionen belegt; ihre universelle Verbreitung erklärt sich aus der immensen Bedeutung der Fruchtbarkeit von Pflanzen und Lebewesen für die menschliche Existenz. Sie spielten auch in den vorindustriellen agrarischen Gesellschaften der Nz. eine zentrale Rolle, insbes. der Neuzeit, als im Zuge…

Männerbund

(854 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Der Begriff M. trat erstmals 1790 im Titel eines Trauerspiels des evang. Theologen und Dichters Johann Heinrich Zschokke auf ( Graf Monaldeschi oder M. und Weibermuth) [5. 53]. In den 1820er Jahren gründeten Angehörige der frühen Burschenschafts-Bewegung im schweizer. Exil den geheimen »Männer- und Jünglingsbund« [3. 31]. Größere Relevanz kommt dem im dt.sprachigen Raum geprägten Begriff M. seit Beginn des 20. Jh.s zu. Eine erste umfassende Untersuchung indigener, außereurop. M. lieferte der Ethnologe Heinrich Schurtz, der die angeblich größere Befähigung…

Übernatürliche Welt

(2,364 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff, Allgemeines Der Begriff der Ü.W. erschließt sich als Gegenpol zur natürlichen, d. h. der sichtbaren und materiell fassbaren W., in der sich das Leben der Menschen abspielt. Vorstellungen von einer parallel zu dieser existierenden Ü.W. sind kultur- und epochenübergreifend vorhanden. Eng mit den jeweiligen relig. Anschauungen verbunden, wird die Ü.W. als Sitz von Gott(heiten) und Geistern betrachtet, mit dem Jenseits oder auch mit Himmel und Hölle assoziiert. In der europ. Nz. bestand neben der christl. Auffassung von Himmel und Hölle auch di…

Ethnographie

(747 words)

Author(s): Gareis, Iris
Der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff E. ( éthnos, »Volk«; gráphein, »schreiben«) bezeichnet die Beschreibung einer bestimmten, v. a. fremden Kultur. Im wiss. Kontext steht E. für den Teilbereich der Ethnologie, der die empirischen Daten für die ethnologische Interpretation bereitstellt. Grundlage für die wiss. Kulturbeschreibung bilden Informationen, die in einer stationären Feldforschung v. a. durch Befragung und teilnehmende Beobachtung erhoben werden [2]. Die Wurzeln der E. gehen bis in die Antike zurück. Als ihr Stammvater gilt der griech. Ge…

Initiation

(748 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Allgemein Abgeleitet aus dem lat. initiare (»einführen«, »einweihen«), meint der epochen- und kulturübergreifende Begriff I. die Einführung in ein Amt oder die Zulassung zu einem sozialen Status bzw. einer Gruppe und bezeichnet zugleich das I.- Ritual bzw. die Gesamtheit der I.-Riten (Ritual). Häufig wird I. als Synonym für Übergangsriten verwendet, jedoch überschneiden sich die Begriffe nur teilweise. In der Wissenschaft fanden seit dem ausgehenden 19. Jh. bes. die I.-Riten indigener und außereurop. Völker Beachtung. Die Forschung konzentrierte sic…

Reinheit

(976 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Allgemein Der Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschrie…

Haar

(867 words)

Author(s): Gareis, Iris
Menschliches H., bes. das Haupt-H., spielt epochen- und kulturübergreifend im sozialen und im religiös-kultischen Bereich eine wichtige Rolle. Als tastempfindliche, fadenförmige Haut-Derivate sind H. mit ihrem Träger verbunden, können aber auf vielfältige Weise manipuliert, frisiert, gefärbt oder geschnitten werden. Vom Körper getrennt, konserviert sich H. über Jahrhunderte und lässt sich u. a. zu Perücken oder Schmuck verarbeiten. Als äußerlich sichtbares Zeichen kann H. seine Träger durch den Schnitt, die Farbe, die Frisur u.Ä. al…

Mentalitäten

(2,053 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Der dt. Begriff M. leitet sich vom franz. mentalité her, das seinerseits auf das lat. mens (»Geist«, »Denkart«) zurückgeht. Als wiss. Terminus bezeichnet M. das Ensemble der Einstellungen, Haltungen und Denkweisen, die den normalen, üblichen Handlungen und Verhaltensweisen eines Kollektivs zu einer bestimmten Zeit zugrunde liegen [7. 476]; [8. XXI]; [1. 18]. M. sind jeweils zeitgebunden und unterliegen histor. Veränderungen. Es handelt sich daher nicht um in sich geschlossene Systeme, sondern um Gefüge verschiedener Elemente, die mit an…

Kannibalismus

(1,338 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff und Grundlagen Der Begriff K., 1492 bei seiner ersten Amerikareise von Kolumbus geprägt, ist das nzl. Pendant zum älteren Wort Anthropophagie (von griech. ánthrōpos, »Mensch«, und phageín, »essen«). Beide bezeichneten in der Nz. den Verzehr von Menschenfleisch. Man unterscheidet in der wiss. Literatur zwischen Endo- und Exo-K., wobei im ersten Fall Mitglieder der eigenen, im zweiten Fall Menschen anderer Gruppen verzehrt werden. Bei verbürgten Fällen von Endo-K. in rezenten indigenen Gesellschaften Südamerikas h…

Ritual

(2,701 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Das Wort R. leitet sich von dem lat. Begriff ritus (»kultischer/relig. Brauch«) her. Er bezeichnet eine Abfolge von Handlungen, die i. Allg. nach einer weitgehend festgelegten Ordnung auszuführen sind. R. und Ritus überschneiden sich im heutigen Sprachgebrauch häufig, sind jedoch nicht identisch. Während sich der Begriff R. auf den Ablauf einer komplexen Handlungssequenz bezieht, kann ein Ritus sowohl mehrere als auch nur eine einzige rituelle Handlung bezeichnen. In den christl. Kirchen meint R. außerdem die Ordnung für den Ablauf des Gottesdienstes, etwa das i…

Schamanismus

(1,694 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Sch. leitet sich von dem Wort šaman ab, das im 17. Jh. von russ. Reisenden bei den Tungusen in Sibirien aufgenommen wurde. Unbekannten Ursprungs, bezeichnete es dort eine Person, die Geistwesen beherrscht, und spielte somit auf die Hilfsgeister an, mit denen Schamanen während der rituellen Ekstase in Kontakt traten [10. 431]. Nachdem die Missionare und Reisenden der Frühen Nz. den Begriff häufig mit Teufelsanbetung, Zauberei oder auch Scharlatanerie gleichgesetzt hatten (Missionsbericht 3.), schliff sich die Bedeutung im Verlauf des 2…

Gabe

(718 words)

Author(s): Gareis, Iris
Der Begriff G. umfasst zwei Bedeutungsebenen: Im figurativen Sinn bezeichnet G. eine Fähigkeit, die auf Veranlagung beruht, wie z. B. die G. der Redegewandtheit. Im Wortsinn bedeutet G. etwas, das gegeben wird. In dieser Bedeutung ist die G. ein kulturübergreifendes Phänomen. Im religiösen Bereich richtet sich die G. als Opfer an die göttliche Sphäre und wird i. Allg. als Erwiderung einer G. verstanden, die den Gläubigen bereits zuteil wurde. Im Unterschied zum Geschenk, das keine Gegenleistung vom Beschenkten fordert, verpflichtet der Empfang einer G. zur Gegen-G. Somit…

Unfruchtbarkeit

(773 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Der Begriff U. ist als Zustand ohne Fruchtbarkeit (Fertilität), d. h. als ihr Gegenteil definiert. U. ist kulturübergreifend und in allen histor. Epochen negativ konnotiert. Bei Lebewesen bezeichnet sie die Unfähigkeit zur Befruchtung und Fortpflanzung. In Verbindung mit der Erde verweist der Begriff auf die Sterilität des Bodens oder andere Probleme, die das Keimen und das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen [2. 1314 f.]. In übertragenem Sinn spricht man z. B. von der U. der Gedanken [3]. Infolge der Abkühlung während der »Kleinen Eiszeit« kam es vermehrt zu…

Frontier worker

(893 words)

Author(s): Gareis, Iris
In its lexical meaning and as a legal term, frontier worker denotes a person living in a border region whose workplace is across the border. In a broader sense, the term refers to those who cross boundaries between different spheres - between disciplines, artistic genres, and most of all, between cultures. In this sense, the generally neutral tone of frontier worker shades toward that of the primarily negatively connoted  renegade. In the military context, renegades were associated with desertion, and thus with treason. Cultural renegades and frontier runners …
Date: 2016-09-21

Ethnography

(773 words)

Author(s): Gareis, Iris
The term “ethnography” (from the Greek  éthnos, “people”; gráphein, “to write”) denotes the description of a certain, primarily foreign culture. In a scholarly context, ethnography is a subdiscipline of ethnology, providing the empirical data for ethnological interpretation. The basis for scholarly descriptions of a culture is information obtained in stationary field research, primarily through interviews and participatory observation [2].The roots of ethnography go back to Antiquity. The father of the discipline was the Greek historian Herodotus. O…
Date: 2018-02-14

Cannibalism

(1,364 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Term and background The term cannibalism, which Columbus coined in 1492 on his first American voyage, is the early modern equivalent to the older word ‘anthropophagy’ (from Greek ánthrōpos, ‘person’, and phageín, ‘to eat’). In the early modern period, both denoted the consumption of human flesh. The scholarly literature distinguishes between endocannibalism and exocannibalism, the former being the eating of members of one’s own group, the latter of other groups. Authenticated cases of endocannibalism in recent indigenous so…
Date: 2017-02-14
▲   Back to top   ▲