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Your search for 'dc_creator:( "Eckart, Wolfgang Uwe" ) OR dc_contributor:( "Eckart, Wolfgang Uwe" )' returned 74 results. Modify search


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Quacksalber

(1,260 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und Umfeld Der aus quack- (»schreien«, »quacken«) und - salver (von ahdt. salbari, »Arzt«, oder lat. salvare, »heilen«) zusammengesetzte Begriff Q. (engl. quack, franz. charlatan, ital. ciarlatano) steht meist für jemanden, der sich als Heilkundiger ausgibt und ohne Berechtigung praktiziert, gelegentlich auch für zugelassene Heiler, die marktschreierisch (lat. circumforaneus) [2] ihre Kunst oder Heilmittel feilbieten. Q. sind vereinzelt seit der ersten Hälfte des 16. Jh.s nachweisbar, so etwa in einem Rechtstext aus Rügen (1531; » arsten [Ärzte] und alle ander…

Anatomisches Theater

(804 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
Ein A. T. ist ein Ort öffentlicher anatomischer Zergliederung in der Frühen Nz. Das Konzept geht auf den ital. Arzt und Professor für Chirurgie und Anatomie in Padua, Alessandro Benedetti (1445–1525), zurück [5]. Er war wohl der Erste, der einen selbständigen Holzbau für anatomische Sektionen an der Universität von Padua (um 1490) errichten ließ. Benedettis erfolg- und einflussreiches anatomisches Hauptwerk Anatomice, sive Historia Corporis Humani (Venedig 1502; »Anatomie oder Geschichte des menschlichen Körpers«), dürfte zur Verbreitung der Idee des A. T. …

Hygiene

(1,733 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriffsgeschichte Hygíeia (auch Hygeía, lat. Salus) ist in der griech. Mythologie die Tochter des Asklepios und Göttin der Gesundheit; von ihr ist das Wort H. abgeleitet. In der Frühen Nz. weitete sich das inhaltliche Begriffsfeld von hygíeia aus zu » Gesundheit, guter Zustand des Leibes, welcher in einem guten Temperament (Säftemischung) bestehet, sie ist aus diesen Zeichen abzunehmen, wenn der Mensch, was ihm oblieget, wohl verrichten kann, nichts widriges an sich verspüret, wohl isset und trinket, gut schläfft, richtig harnet und zu Stuhle gehet« [1]. Die abgeleitete Beze…

Epidemiologie

(905 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt. 2. Demographische Epidemiologie im aufgek…

Homöopathie

(1,065 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die H. ist ein durch den dt. Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755–1843) entwickeltes Krankheits- und Therapiekonzept, das auf Vorstellungen des Vitalismus aufbaut, sich in den therapeutischen Konsequenzen aber radikal von dessen und früheren Krankheitsvorstellungen unterscheidet. Das ganzheitliche Körperphänomen der Krankheit ist nach Hahnemanns Lehre »Affektion« der Lebenskraft durch pathogene (krankheitserregende) Reize. Der Arzt unterstützt die Lebenskraft bei ihrer Abwehr nicht – wie in der Schulmedizin ( Allopathie) – durch Gegenmi…

Klinische Schulen

(855 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Anfänge in Leiden Von K. S. kann man in der europ. Medizin erst seit dem Ende des 17. Jh.s sprechen, als an der Universität Leiden, der eine richtungsweisende Rolle in der entstehenden klinischen (= klin.) Medizin zukommt, erstmals überhaupt am Krankenbett (griech. klínē, »Liege«) unterrichtet wurde. Zuvor hatten sich die Medizinischen Fakultäten auf theoretischen Unterricht beschränkt; zu einer Einbeziehung der Hospitäler in den Unterricht war es nicht gekommen. Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh.s bemühte sich hier Otto van Heurne um die Einführung des klin. …

Sucht

(2,783 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der Begriff S. (aus got. saühts, etymologisch verwandt mit engl. sick, dt. siechen, Seuche) findet sich selbständig etwa seit dem 8. Jh. in Glossaren und ist lexikographisch bis ins 19. Jh. in zwei wesentlichen Bedeutungen nachweisbar. Ursprünglich verweist er auf äußerlich erkennbare Krankheiten, die nicht auf mechanische Ursachen zurückgeführt werden konnten und oft langwierig und aussichtslos verliefen. In seiner zweiten Bedeutung, die gegen Ende des 18. Jh.s die alte verdrängte, bezeichnete S. die unbeherrschte Begierde…

Syphilisschriften (Hinzugefügt 2017)

(1,828 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das Gotteslästerer-Edikt Maximilians I. Die breite Berichterstattung der 1490er Jahre über eine neue Krankheit – erst seit Girolamo Fracastoros Lehrgedicht Syphilidis sive de morbi gallici (»Syphilis oder die französische Krankheit«, 1530) unter dem Namen Syphilis bekannt – ist bemerkenswert, aber nicht erstaunlich. Von einem der nahezu jährlich auftretenden Pest-Züge dahingerafft zu werden, galt als Gruppenschicksal, dem wenig mehr als die Flucht entgegengesetzt werden konnte. Sich aber die Syphilis – den »mal Franzos« oder den »Morbus G…

Brownianismus

(1,470 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Die Lehre und ihr Hintergrund Die medizinische Reformbewegung des B. ging von der Reizbarkeitslehre des schott. Arztes John Brown (1736–1788) aus, nach der das Leben als ein durch innere und äußere Reize erregter und ebenso aufrechterhaltener Zustand zu verstehen ist. Grundkraft des Lebens sei das biologische Reiz- bzw. Erregbarkeitspotential. Als entscheidend für den Krankheits- oder Gesundheitszustand des menschlichen Körpers müsse man seine Irritabilität (»Reizbarkeit«; engl. excitability, lat. incitabilitas) ansehen, die Bereitschaft und Fähigkeit des Organism…

Schmerz

(2,968 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Sch. (von ahdt. smerza/ smerzo und mhdt. smerze/ smerz; griech. álgos; lat. dolor, acerbitas) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Sch. diesen aber verloren hat. Nzl. Synonym zu Sch. ist Pein (von ahdt. pîna und mhdt. pîne/ pîn, abgeleitet aus lat. poena, »Buße, Strafe«; engl. pain), meist mit Strafe, Marter, Qual u.Ä. verbunden (z. B. bei der »peinlichen Befragung«; vgl. Folter). Im weiteren Wortsinn steht Sch. für allgemeines Leiden als kultur- und sozialkontextabh…

Zahnmedizin

(1,494 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Traditionen Die Zahnheilkunde, auch Stomatologie (von griech. stóma, »Mund«), ist die Lehre von den Krankheiten der Mundhöhle, darunter Kiefer- und Z., während sich die Odontologie (lat. odontologia, von griech. odús, odont-, »Zahn«) mit der Anatomie und Physiologie des Zahnsystems der Wirbeltiere einschließlich des Menschen beschäftigt [1]; [2]; [9]; [4]; [8]; [7]. Die ma. Z. blieb den antiken Vorstellungen von der Zahnanatomie und den säftebedingten Zahnerkrankungen, insbes. des Zahnschmerzes, verpflichtet. Extraktionen wurden von Badern und Wundärz…

Kräuterbücher

(1,042 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Unter K. werden allgemein die gedruckten Pflanzenbücher der Frühen Nz. verstanden. In diesen Kompendien werden Pflanzen und Arzneidrogen im Detail beschrieben sowie ihre medizinischen Anwendungsbereiche erläutert. Häufig werden auch arzneilich verwendete Tiere, Tierprodukte und Mineralien dargestellt. 2. Vorläufer und Entwicklung in der Frühen Neuzeit Pflanzenbücher und K. der Antike dienten bis weit in die Frühe Nz. als wichtige Referenzquellen des medizinisch-pflanzenkundlichen Wissens ( Pharmazie). Vorbilder waren v. a. die Schriften von Pedanios …

Naturwissenschaftliche Medizin

(759 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Unter N. M. wird die Zugrundelegung und konsequente Anwendung naturwiss. Methoden und Ergebnisse aus der Physik und Chemie in der Medizin des 18. und 19. Jh.s verstanden (vgl. Experimentalmedizin). Mit ihr war die – zumindest intendierte – Abkehr von ganzheitlichen oder rein philosophischen Konzepten der M. verbunden, insbes. vom Vitalismus und in Deutschland von der romantischen Naturphilosophie Schellings sowie ihren Anwendungen auf die M. 2. Voraussetzungen Von der Antike bis ins 17. Jh. war die M. in Diagnose und Therapie wesentlich durch das Sy…

Cholera

(1,101 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Der Begriff Ch. findet sich im Hebräischen als chaul rah (»böse Krankheit«). Ob die Krankheitsbezeichnung von griech. choládes (»Gedärme«) herrührt und Darmleiden bedeutet, in Anlehnung an die Viersäftelehre aus den griech. Worten für Galle ( chólos) und Fluss ( rhóos) zusammengesetzt ist (»Gallenfluss«) oder im Hinblick auf die profusen Diarrhoen mit cholédra (»Abflussrinne«) identifiziert wurde, ist etymologisch unklar. Anders als die in Europa seit langem bekannte Gallenruhr (lat. ch. nostras), die einheimische, unechte Ch., ein durch verschiedene …

Irritabilität

(1,083 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff »Reizbarkeit«, von lat. irritabilis, irritabilitas (vgl. auch »Sensibilität« von lat. sensibilis, sensibilitas), ist eine medizinische Zustandsbeschreibung des Körpers hinsichtlich seiner Fähigkeit, äußere (Sinnes-)Reize zu empfangen und auf sie zu reagieren. Störungen der I. oder Sensibilität wurden als krankhafte Erscheinungen gedeutet. Um 1700 war das cartesianisch-mechanistische Lebenskonzept ( Mechanismus) zunehmend in die Kritik geraten. Bei der Erklärung des menschlichen Körpers behielt zwar der physikalisch-mechanische Red…

Bäder, medizinische

(1,946 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Von der Badestube zu den Thermalquellen Für den Niedergang und das sinkende Ansehen der ma. städtischen Badekultur dürfte in erster Linie die schnelle Verbreitung der Syphilis seit dem Ende des 15. Jh.s verantwortlich gewesen sein, die vielerorts zu Schließungen der städtischen Badestuben führte (Bader), weil man in ihnen gefährliche Ansteckungsherde für diese Krankheit vermutete. Gleichzeitig hatten aber auch steigende Holzpreise, bedingt durch die vermehrte Bautätigkeit in den Städten sowie durch den zunehmenden Bergbau, der Unmengen von Brennhol…

Physiologie

(2,219 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Unter Ph. (von griech. phýsis und lógos, ›Lehre von der Natur‹, ›Naturkunde‹) versteht man heute – im Gegensatz zur antiken Vorstellung (griech. physiológos, ›naturphilosophisch Kundiger‹) – ein Teilgebiet der Biologie und Medizin: die Lehre von den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen [6]. In der Frühen Nz. wurde Ph. zum einen sehr weit im Sinne physikalischer Wissenschaften verstanden ( William Gilberts berühmtes Werk De magnete von 1600 trug den Untertitel Neue Ph. des großen Magneten des Erdkörpers; vgl. Ma…

Psychiatrie

(2,009 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff und Definition Der Begriff P. (von griech. psychḗ, ›Seele‹, und iatrós, ›Arzt‹) wurde 1808 als griech. Kunstwort vom Hallenser Arzt Johann Christian Reil geprägt (ursprgl. ›Psychiaterie‹ [4]; [5]; …

Naturheilkunde

(903 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die N. im engeren Sinne formierte sich im dt.sprachigen Raum im frühen 19. Jh. ausgehend von Rousseaus Forderung »Zurück zur Natur« (Rousseauismus). Sie richtete sich vehement gegen die allopathische Schul-Medizin, deren gefährliche Arzneimittel, exzessive Aderlass- sowie entleerende Therapiemethoden und propagierte stattdessen die Hinwendung zu natürlichen Heil- und Lebe…

Gynäkologie

(1,817 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der Begriff G. (Frauenheilkunde) ist modern und spiegelt die späte Etablierung der Subdisziplin an den Medizinischen Fakultäten des 19. Jh.s wider. Greifbar wird er, gegenüber dem älteren und umfassenderen Begriff gynaikeía (griech. »Frauensachen«), erst im frühen 18. Jh. in der Schrift des Dresdner Stadtphysikus Martin Schurig Gynaecologia (Dresden-Leipzig 1730). Im Titel eines dt. Lehrbuchs erschien der Ausdruck zuerst 1820 bei Carl Gustav Carus ( Lehrbuch der Gyn…
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