Search

Your search for 'dc_creator:( "Eckart, Wolfgang Uwe" ) OR dc_contributor:( "Eckart, Wolfgang Uwe" )' returned 75 results. Modify search


Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Hygiene

(1,733 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriffsgeschichte Hygíeia (auch Hygeía, lat. Salus) ist in der griech. Mythologie die Tochter des Asklepios und Göttin der Gesundheit; von ihr ist das Wort H. abgeleitet. In der Frühen Nz. weitete sich das inhaltliche Begriffsfeld von hygíeia aus zu » Gesundheit, guter Zustand des Leibes, welcher in einem guten Temperament (Säftemischung) bestehet, sie ist aus diesen Zeichen abzunehmen, wenn der Mensch, was ihm oblieget, wohl verrichten kann, nichts widriges an sich verspüret, wohl isset und trinket, gut schläfft, richtig harnet und zu Stuhle gehet« [1]. Die abgeleitete Beze…

Epidemiologie

(905 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die E. (von griech. epídēmos, »im Volk verbreitet«, und lógos, »Lehre«) beschreibt Auftreten, Ursachen und Verteilung von gesundheitsbezogenen Zuständen, Ereignissen und Risiken in Populationen und sucht Wege, mit diesem Wissen Gesundheit wiederherzustellen und zu fördern sowie Krankheiten durch Prävention zu verhindern. Das epidemiologische (= epid.) Wissen wird i. Allg. angewandt, um Gesundheitsprobleme der Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Erste Bemühungen um die E. im wiss. Sinne fanden im 17. Jh. statt. 2. Demographische Epidemiologie im aufgek…

Homöopathie

(1,065 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die H. ist ein durch den dt. Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755–1843) entwickeltes Krankheits- und Therapiekonzept, das auf Vorstellungen des Vitalismus aufbaut, sich in den therapeutischen Konsequenzen aber radikal von dessen und früheren Krankheitsvorstellungen unterscheidet. Das ganzheitliche Körperphänomen der Krankheit ist nach Hahnemanns Lehre »Affektion« der Lebenskraft durch pathogene (krankheitserregende) Reize. Der Arzt unterstützt die Lebenskraft bei ihrer Abwehr nicht – wie in der Schulmedizin ( Allopathie) – durch Gegenmi…

Klinische Schulen

(855 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Anfänge in Leiden Von K. S. kann man in der europ. Medizin erst seit dem Ende des 17. Jh.s sprechen, als an der Universität Leiden, der eine richtungsweisende Rolle in der entstehenden klinischen (= klin.) Medizin zukommt, erstmals überhaupt am Krankenbett (griech. klínē, »Liege«) unterrichtet wurde. Zuvor hatten sich die Medizinischen Fakultäten auf theoretischen Unterricht beschränkt; zu einer Einbeziehung der Hospitäler in den Unterricht war es nicht gekommen. Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh.s bemühte sich hier Otto van Heurne um die Einführung des klin. …

Sucht

(2,783 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der Begriff S. (aus got. saühts, etymologisch verwandt mit engl. sick, dt. siechen, Seuche) findet sich selbständig etwa seit dem 8. Jh. in Glossaren und ist lexikographisch bis ins 19. Jh. in zwei wesentlichen Bedeutungen nachweisbar. Ursprünglich verweist er auf äußerlich erkennbare Krankheiten, die nicht auf mechanische Ursachen zurückgeführt werden konnten und oft langwierig und aussichtslos verliefen. In seiner zweiten Bedeutung, die gegen Ende des 18. Jh.s die alte verdrängte, bezeichnete S. die unbeherrschte Begierde…

Syphilisschriften (Hinzugefügt 2017)

(1,828 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Das Gotteslästerer-Edikt Maximilians I. Die breite Berichterstattung der 1490er Jahre über eine neue Krankheit – erst seit Girolamo Fracastoros Lehrgedicht Syphilidis sive de morbi gallici (»Syphilis oder die französische Krankheit«, 1530) unter dem Namen Syphilis bekannt – ist bemerkenswert, aber nicht erstaunlich. Von einem der nahezu jährlich auftretenden Pest-Züge dahingerafft zu werden, galt als Gruppenschicksal, dem wenig mehr als die Flucht entgegengesetzt werden konnte. Sich aber die Syphilis – den »mal Franzos« oder den »Morbus G…

Brownianismus

(1,470 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Die Lehre und ihr Hintergrund Die medizinische Reformbewegung des B. ging von der Reizbarkeitslehre des schott. Arztes John Brown (1736–1788) aus, nach der das Leben als ein durch innere und äußere Reize erregter und ebenso aufrechterhaltener Zustand zu verstehen ist. Grundkraft des Lebens sei das biologische Reiz- bzw. Erregbarkeitspotential. Als entscheidend für den Krankheits- oder Gesundheitszustand des menschlichen Körpers müsse man seine Irritabilität (»Reizbarkeit«; engl. excitability, lat. incitabilitas) ansehen, die Bereitschaft und Fähigkeit des Organism…

Schmerz

(2,968 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Sch. (von ahdt. smerza/ smerzo und mhdt. smerze/ smerz; griech. álgos; lat. dolor, acerbitas) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Sch. diesen aber verloren hat. Nzl. Synonym zu Sch. ist Pein (von ahdt. pîna und mhdt. pîne/ pîn, abgeleitet aus lat. poena, »Buße, Strafe«; engl. pain), meist mit Strafe, Marter, Qual u.Ä. verbunden (z. B. bei der »peinlichen Befragung«; vgl. Folter). Im weiteren Wortsinn steht Sch. für allgemeines Leiden als kultur- und sozialkontextabh…

Zahnmedizin

(1,494 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Traditionen Die Zahnheilkunde, auch Stomatologie (von griech. stóma, »Mund«), ist die Lehre von den Krankheiten der Mundhöhle, darunter Kiefer- und Z., während sich die Odontologie (lat. odontologia, von griech. odús, odont-, »Zahn«) mit der Anatomie und Physiologie des Zahnsystems der Wirbeltiere einschließlich des Menschen beschäftigt [1]; [2]; [9]; [4]; [8]; [7]. Die ma. Z. blieb den antiken Vorstellungen von der Zahnanatomie und den säftebedingten Zahnerkrankungen, insbes. des Zahnschmerzes, verpflichtet. Extraktionen wurden von Badern und Wundärz…

Physicus

(912 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Mittelalterliche Ursprünge Seit dem hohen MA waren neben dem frei tätigen Arzt ( medicus) bei weltlichen und geistlichen Fürsten, in Klöstern sowie in Stadtverwaltungen Ärzte angestellt, die der jeweiligen Herrschaft unmittelbar dienten. Ihnen wurde die lat. Bezeichnung physicus (»der Natur kundig«) beigelegt. Die gelegentlich noch unklare Abgrenzung zwischen den allgemeinen ärztlichen Aufgaben eines medicus und den besonderen eines Ph. (ähnlich lat. physica und medicina für Medizin) wurde im Alten Reich vermutlich zuerst durch die Medizinalordnung Kaiser Karls IV.…

Gesundheit

(1,591 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Der G.-Begriff der Frühen Nz. war bis in die Mitte des 17. Jh.s noch wesentlich durch die antike Säftelehre ( Humoralpathologie/-physiologie) und Diätetik geprägt. Mit der Ablösung humoralphysiologischer Vorstellungen in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden andere G.-Konzepte bestimmend, die sich vom 18. bis ins frühe 19. Jh. v. a. aus mechanistischen (Iatromechanik), animistischen und vitalistischen Vorstellungen vom Leben des Menschen in G. und Krankheit speisten (Animismus; Vitalismus). Vor der Folie der Naturheilkunde, der naturwiss. Physiologie,…

Naturhistorische Schule

(892 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die N. Sch. war in der ersten Hälfte des 19. Jh.s eine Richtung der klinischen Medizin, die sich durch ihre streng empirische Vorgehensweise auszeichnete und auf die Anwendung allgemeiner Krankheits-Lehren (Humoralpathologie, Vitalismus, Broussaiismus, Brownianismus, Homöopathie etc.) bewusst verzichtete ( Therapeutische Konzepte). Sie stand damit im gesuchten Gegensatz zu naturphilosophischen Denkschulen der Medizin (Naturphilosophie, etwa Schellings) und bemühte sich um exakte Forschung sowie eine Systematisierung der Nosologie durch die Bildun…

Pestschriften (Hinzugefügt 2017)

(1,951 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Handschriften und frühe Drucke Schon bald nach 1350 beschäftigen sich viele Stadtchroniken [01]; [14] mit den Voraussetzungen und Bedingungen des ›Schwarzen Todes‹ um 1348/49, den Wegen seiner Verbreitung sowie v. a. mit den sozialen und polit. Folgen dieser Schlüsselkatastrophe des 14. Jh.s ( Pest). Doch auch die Auseinandersetzung von Autoren medizinischer Fachprosa mit dem Thema setzte nahezu unmittelbar nach dem vorläufigen Abklingen der Epidemie ein. Ebenso wie das Seuchengeschehen ein gesamteurop. Phänomen war, wurden auch die frühen ma. Pesttraktate…

Wundarznei

(1,755 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition W. war in der Frühen Nz. die manuelle oder operative Behandlung von Krankheiten, im engeren Sinne die Wundbehandlung. Das Wort W. ist seit dem 14. Jh. belegt (mhdt. wunt-arzâtîe; auch wundartzat, wontarzte). Die Straßburger Zunftordnung berichtet 1461 über alle »artzote und artzotinne, wundeartzot, scherer und bader« [1]. Seit dem SpätMA waren synonym Chirurgie (= Ch.) bzw. chirurgus (von lat. chirurgia, griech. cheirurgikḗ [ téchnē], »handwerkliche Kunst«) sowie gelegentlich auch medicus vulnerarius (»Wundenarzt«) gebräuchlich [7]; [2]; [3]; [4]; [5]; [6]; [9…

Iatrophysik

(818 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen I. (von griech. iatrós, »Arzt«; phýsis, »unbelebte Natur«) war eine medizinische Theorie und Praxis des 17. und 18. Jh.s, die alle Phänomene von Gesundheit und Krankheit in Abhängigkeit von der inneren physikalischen Struktur des Körpers, seiner äußeren Form sowie der mechanischen (= mech.) Veränderlichkeit interpretierte [5]. In reduktionistischer Vereinfachung sollten so die Erkenntnisse der jungen experimentellen Naturwissenschaften auf den Bereich des Lebendigen übertragen werden. Auch dort sollte alles physikalisch erklär…

Lepra (Hinzugefügt 2017)

(2,728 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und frühe Belege Die L. (griech. lépra) ist eine seit der Antike weit verbreitete Hautkrankheit, besser ein Komplex verschiedener möglicher Hautkrankheiten, der mit sehr abweichenden Namen bezeichnet wurde, im Deutschen bis heute mit der Sammelbezeichnung ›Aussatz‹ (mhdt. ûʒsetzel, ûʒsetzic, entsprechend lat. leprosus; frühneuhdt. ausseczickeit), aber im MA und in der Nz. auch in den Adjektiven ›schuppig‹, ›uneben‹, ›rau‹. Paläopathologisch ist heute geklärt, dass sich seit dem MA dahinter oft tatsächlich eine Infektion mit mycobacterium leprae verbarg. Al…

Arbeitsmedizin

(1,433 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Ramazzini und seine Vorläufer Die nzl. A. begann mit der grundlegenden Abhandlung des ital. Arztes Bernardino Ramazzini De morbis artificium diatriba (»Untersuchung der Krankheiten der Künstler und Handwerker«, Modena 1700), in ihrer Bedeutung für die frühe Gewerbehygiene durchaus mit Morgagnis De sedibus et causis morborum (»Orte und Ursachen der Krankheiten«, Bologna 1761) für die pathologische Anatomie vergleichbar. Ramazzini stellte darin die unterschiedlichen Krankheiten der wichtigsten Berufsgruppen seiner Zeit umfassend dar und brachte diese zum…

Epidemie

(1,457 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Krankheiten und Seuchen Die korrekte Zuordnung nzl. Seuchen durch die moderne Krankheitslehre ist durchweg problematisch; selbst die Evidenz übereinstimmender Symptome ist zweifelhaft. Dies gilt für die Vielzahl der pestilenzialischen Fieber ebenso wie für scheinbar eindeutig identifizierbare Krankheiten, hinter denen sich prinzipiell alle möglichen Infektionen mit Massencharakter verbergen konnten. Die gelehrte Welt des 15./16. Jh.s kannte zwar aus der antiken Überlieferung und aus frühen Drucken, etwa von Giovanni Boccaccios Decamerone (1348–1353), die bedr…

Experimentalmedizin

(1,192 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Überblick Im 17. Jh. wurden die alten Autoritäten der Universitätsmedizin überwunden; damit begann die Epoche der empirisch-experimentellen Medizin. William Harvey erschütterte durch seine experimentelle Erforschung und Beschreibung des Blutkreislaufs die antike Humorallehre (Humoralpathologie), deren angestammten Platz nun neue Konzepte des ärztlichen Denkens und Handelns einnahmen: die nachparacelsische Iatrochemie und die cartesianische Iatrophysik ( Iatromechanik). Chemisches und mechanistisches Denken auf der Grundlage experimenteller Erkenntnis …

Tuberkulose

(1,101 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Der Begriff T. (von lat. tuberculum, »Knötchen«; tuberculosis, »krankhafte Erscheinung«) taucht erstmals in mediz. Titeln des frühen 19. Jh.s neben griech./lat. phtisis auf; geläufiger war dt. Schwindsucht (Lungenauszehrung; vgl. engl. pulmonary consumption [15]): »phthisis heist zu teutsch die schwintsucht und kumpt von einem geschwer oder von einer feulnis der lungen und sie ist ein todtenliche sucht unnd ir ist auch muelich zu helffen« [1. 72]. Diese Begriffe standen für ein weites Spektrum auszehrender tödlicher Krankheiten, denen die Affektion der …
▲   Back to top   ▲