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Your search for 'dc_creator:( "Behringer, Wolfgang" ) OR dc_contributor:( "Behringer, Wolfgang" )' returned 84 results. Modify search


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Aviso

(778 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
A. (Pl. Avisi) ist ein Begriff des Kommunikationswesens, der im 16. Jh. aus dem Ital. ( avviso: Nachricht, Warnung, Ratschlag) in andere europ. Sprachen übernommen wurde. Er nahm bald in der Bedeutung »Begleitbrief« eine Schlüsselrolle im Postwesen (Post) ein und sollte sich im frühen 17. Jh. auch im neuen Medium der periodischen , gedruckten Zeitung im Sinne von »Nachrichten« einbürgern, bis er durch eine jüngere Begrifflichkeit überlagert wurde. Da das Postwesen durch die Familie de Tassis (seit 1651 Thurn und Taxis) nach Österreich, Deutschland,…

Weltzeit

(743 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Bedeutung Unter W. versteht man eine auf dem ganzen Planeten Erde geltende Zeit in Abhängigkeit vom Umlauf der Erde um die Sonne. Auf der Washingtoner Meridiankonferenz 1884 einigte man sich außer auf den Nullmeridian durch das engl. Greenwich auch auf die Greenwich Mean Time ( GMT) als erste allgemein gültige W. (s. u. 2.). Diese durch astronomische Messungen bestimmte mittlere Ortszeit des durch die Sternwarte von Greenwich führenden Meridians wurde 1928 in Universal Time umbenannt; seit 1972 verwendet man als W. die durch Atomuhren dargestellte Universal Time Coordinated ( UTC…

Lüge

(963 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Ein Zeitalter der Verstellung Wer es aus einer postmodernen Perspektive unternimmt, in der Frühen Nz. Diskurse auf der Grundlage von Texten zu vergleichen, ist verloren [1]. In einer Periode, die durch religiös motivierte Gewalt, absolutistischen Konformitätsdruck und schließlich die Vernunft-Ideologie der Aufklärung charakterisiert war, war es oft notwendig, die eigene Meinung zu verbergen. Als Leitfaden der Interpretation nzl. Texte sollte daher gelten, was Niccolò Machiavelli am 17. 5. 1521 an Francesco Guicciardini schrieb: »Seit langer Zeit habe ich wed…

Urlaub

(948 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Wenn heute Schweizer, Österreicher oder Bayern in die Ferien, Engländer in die holidays, Franzosen in die vacances, die meisten Deutschen jedoch in den U. fahren, verbergen sich dahinter histor. Bezüge. Die frühnzl. Definition von U. unterscheidet sich grundlegend von heutigen, die mit Freizeit [10] und Ortsveränderung bzw. Reisen assoziiert werden. Der Begriff U. hängt etymologisch mit »Erlauben« zusammen und bedeutete laut Zedlers Universal-Lexicon »nichts anders als die Erlaubnis, Nachsicht oder Vergünstigung derer Obern, daß ihre Un…

Aktualität

(1,146 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Anfänge Die A. von Informationen war seit der Renaissance in steigendem Maße ein Erfordernis der Politik und des sich entwickelnden Handelskapitalismus. Dies führte zur Ausbildung von arbeitsteiligen Systemen der professionellen Übermittlung von Nachrichten. Städte, Höfe, Klöster und Kaufleute stellten Boten ein (Botenwesen). Reiterstafetten wurden nach Ausweis der Quellen erstmals von Herzog Giangaleazzo Visconti (reg. 1395–1402) in Mailand eingeführt. Dort haben sich erste Überreste jener » Stundenzettel« erhalten, mit denen die Geschwindigkeit der Nach…

Kommunikationsrevolution

(809 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Der engl. Begriff communication revolution wurde in der ersten Hälfte des 20. Jh.s von amerikan. Wirtschaftshistorikern im Hinblick auf die eigene Nationalgeschichte geprägt [3] und seit den 1970er Jahren üblicherweise im Plural gebraucht ( communications revolutions) [7]. Nach der Übernahme ins Deutsche [11]; [9. 2, 51 f.] erfolgte der Versuch, den Begriff im Hinblick auf makrohistor. Prozesse neu zu definieren. Für die Nz. wurden nach dem Vorbild des Konzepts der »Industriellen Revolution« (vgl. Industrialisierung 1.3.) eine Reihe fundamentaler Um…

Schlitten

(820 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Die Sch. (mhdt. slite; ital. slitta; engl. sleigh, sledge, slide, sled; schwed. släde) genannten Kufenfahrzeuge dienten in der Frühen Nz. weniger dem Hinabgleiten auf Abhängen (Rodel-Sch.) als dem Transport von Personen oder Sachen bei geschlossener Schnee- oder Eisdecke. Dies schloss aber die Verwendung zum Sport nicht aus. Sch. waren bis nach Norditalien verbreitet, weil in der Periode der Kleinen Eiszeit die Winter oft lang und andere Fortbewegungsformen außerhalb der Städte kaum möglich waren. Sch. wurden mit Muskelkraft von Menschen oder Tieren gezogen. Je nach Nutzer wu…

Luftreise

(960 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Theoretische Überlegungen und Experimente zur Luftfahrt wurden in der Nz. von Berichten über angebliche oder tatsächliche L. flankiert. Diese konnten als Rahmenhandlung für die Präsentation wiss. Beobachtungen oder einer Gesellschafts- Utopie dienen. Sie reflektierten die kosmologischen Vorstellungen ihrer Zeit und – speziell im Zeitalter der wissenschaftlichen Revolution – den Übergang vom geozentrischen zum kopernikanischen Weltbild (Kopernikanische Wende) bzw. von der aristotelischen Physik zu den Weltbildern Giordano Brunos und Isaac Newtons [3]. Mi…

Fuggerzeitung

(919 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Überlieferungssituation Als F. wird eine Sammlung in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s verfasster Briefe mit Berichten und Meldungen ökonomischen wie politischen Inhalts bezeichnet, die an das Augsburger Handelshaus Fugger gesandt wurden. Mit 27 erhaltenen Bänden solcher Zeitungs-Briefe aus ganz Europa sind die F. die umfangreichste Sammlung dieser Art. In einem beim Tode Octavian Secundus Fuggers (1600) verfassten Inventar werden sie als »allerlay geschribne Zeitungen teutsch und welsch de anno 1569 bis anno 1599 alle in weiß Pergame…

Piazza

(1,363 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutungswandel In den ital. Stadtstaaten nahm die P. (ital.; ›Platz‹) spätestens seit dem SpätMA eine öffentliche Bedeutung an, die weit über die bloße Funktion als Markt-Platz hinausging. Der umbaute offene Raum in der Stadt-Mitte war der Ort des öffentlichen Lebens, der polit. Öffentlichkeit der Stadt und ihres Umlandes (ital. contado), das von der Stadt aus beherrscht wurde, also der zentrale Ort der Kommunikation. Die Bedeutung der P. erschließt sich aus dem interkulturellen Vergleich: Nicht jede Zivilisation kannte die Einrichtung des zentralen Platzes a…

Schnelligkeit

(1,002 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Zum Thema Sch. (die in der Moderne als Gegensatz von Langsamkeit einen Wert an sich darstellt, etwa in Arbeitswelt, Kommunikationswesen oder Sport), bot Zedlers Universallexikon 1743 nur Bibelzitate an; der Artikel »Geschwindigkeit« (1735) hingegen ist von einem Physiker verfasst, der seinen Gegenstand durch die Formel v = s/t definiert: Als Beispiel dient der Lauf zweier Boten, von denen einer eine Meile in einer Stunde, der andere in zwei Stunden zurücklegt. Sch. spielte in der Frühen Nz. jedoch bereits in denselben Bereichen wie heute eine Rolle. 2. Sport In Zedlers…

Luftfahrt

(787 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Entwicklung der Theorie Bereits im 14. Jh. wurde auf der Basis der aristotelischen Physik mehrfach logisch geschlossen, dass der sublunare Luftraum mit Schiffen befahrbar sein müsste. Das Prinzip der Luftschifffahrt ( Aeronautik) wurde mangels Umsetzungsmöglichkeiten im 15. Jh. durch Versuche verdrängt, den Flug nach Art der Vögel zu verwirklichen ( Aviatik, mit Abb.). Zu Beginn des 16. Jh.s wies Leonardo da Vinci in seinem Manuskript Sul volo degli uccelli (1505; »Über den Vogelflug«) darauf hin, dass es dazu einer starken Antriebskraft bedürfe und dass di…

Messrelation

(938 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Entstehung Die M. war eine neue Textgattung des 16. Jh.s, die zur Entwicklung einer politischen Öffentlichkeit beitrug: Nachrichten-Bücher (News Book), die für den Herbsttermin der Frankfurter Buchmesse, wenig später auch zum Ostertermin – also zweimal jährlich –, produziert wurden. Die M. knüpften nicht an das Genre der »Newen Zeitungen« an, sondern beförderten geschriebene Zeitungen (Aviso) von seriösen Korrespondenten oder Agenten (Nachrichtenagentur) zum Druck. Wie die Fuggerzeitungen zeichneten sie sich durch gehobenen Stil und…

Weihnachten

(1,067 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Bedeutung W. (wörtlich »geweihte« oder »heilige Nacht«) bezeichnet den Vorabend des Festes der »Geburt des Herrn« (lat. nativitatis Domini, natalis Domini). Seit 354 wird es am 25.12. gefeiert, vermutlich zwecks Verdrängung des Geburtstagsfestes des heidnischen Gottes Sol Invictus. Die W.-Liturgie ist geprägt vom Dank für die Geburt Jesu Christi und die damit verbundene christl. Hoffnung auf Erlösung. 2. Kirchenjahr Neben dem Osterzyklus spielt der W.-Zyklus eine herausragende Rolle im Kirchenjahr. Dem Fest gehen vier Sonntage voraus, die auf die Ankunft ( adventus) des He…

Pünktlichkeit

(860 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein P. gehört zu den zeitbezogenen sozialen Regeln, deren Einhaltung starken kulturellen Schwankungen unterliegt. Im Verlauf der Frühen Nz. wurde sie immer stärker mit Präzision (franz. accuratesse) und Verlässlichkeit, Verspätung dagegen mit mangelnder Höflichkeit und fehlendem Respekt assoziiert. Es wäre jedoch verfehlt, die Tugend der P. allein in den Kontext der Sozialdisziplinierung zu stellen, da die Fundamentalprozesse der Steigerung der Arbeitsteiligkeit und der Beschleunigung eine veränderte Wahrnehmung von Zeit bewirkten. 2. Urbanisierungsprozess W…

Frühe Neuzeit

(3,100 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Die F. N. (engl. early modern period, ital. prima età moderna; im Franz. fehlt ein entsprechender Begriff) ist begrifflich und inhaltlich eine Tochter der Neuzeit und hat mit ihr den Beginn und zahlreiche Merkmale gemeinsam. Dazu gehört als Voraussetzung die konzeptuelle Trias von glorreicher Antike, finsterem Mittelalter und strahlender Nz. – Letzterer zunächst als Wiedergeburt der Antike, dann als Zeitalter der Erfindungen und Entdeckungsreisen, das weit über das Wissen und Können der Alten hinauswächst. In diesem S…

Kultur, Alltag und Kommunikation

(1,656 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Gegenstand, zeitliche und räumliche Einordnung Ausgangspunkt der Kultur war nicht zufällig die Landwirtschaft, auf der die Entwicklung komplexer Zivilisationen beruht. Diese unterscheiden sich nicht nur auf der Ebene der polit. Verfassung und der Religionen, sondern auch und v. a. in der materiellen Kultur, im Alltagswissen und in der Organisation des täglichen Lebens. Obwohl im europ. Verständnis seit der Renaissance Kultur und Hochkultur als identisch gelten und vornehmlich Literatur, Musik, Wissenschaft und Religion als ihre wi…

Landespost

(932 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die L. war eine für das Alte Reich charakteristische Form des Post-Wesens, die sich im Gegensatz zur Reichspost nur auf einzelne fürstliche Territorien bzw. Länder erstreckte. Die Konkurrenz zwischen den beiden war eine Folge der dualistischen Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Übergangs der meisten Regalien an die Landesfürsten. In Reichen oder Monarchien mit starker Zentralgewalt – dem Osmanischen Reich, China (Chinesische Welt), Russland (Russländische Welt), Englan…

Sport

(6,481 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begrifflichkeit Der heutige Begriff S. geht auf das bereits in der Frühen Nz. gebräuchliche engl. Wort sport zurück, das sich vom anglo-normannischen se desportes (franz. se deporter, »sich vergnügen, zerstreuen«) herleitet. Es ging also um Aktivitäten, mit denen man sich die Zeit vertreibt. Im Deutschen wurden diese in der Frühen Nz. unter dem Begriff »Kurzweil« verbucht ( Vergnügung). Neben körperlichen Wettkämpfen [1] und Leibesübungen (lat. exercitia corporis) umfasste der S. auch Tierkämpfe (engl. blood sports) sowie kompetitive Spiele aller Art, darunter auch d…

Feen

(811 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im …
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