Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Geistliche

(1,826 words)

Author(s): Wassilowsky, Günther | Schorn-Schütte, Luise
1. Katholischer Klerus 1.1. Distinktionen Im Unterschied zum Protestantismus lebte im nzl. Katholizismus die ma.-feudale Vorstellung von der religiösen Elite als einem eigenen gesellschaftlichen Stand fort (Ständegesellschaft) [3]. Der Klerikerstand umfasste in Abgrenzung zu den Laien jenen Personenkreis, der – auf der Grundlage eines sakramentalen Amtsverständnisses – die Gewalt (lat. potestas) in der Kirche innehatte ( Amt). Die Standesdistinktion nach außen wurde durch die Inanspruchnahme exklusiver Privilegien markiert (u. a. Immunität in weltl…

Geistliche Dichtung

(2,199 words)

Author(s): Scheitler, Irmgard
1. Definition, Hintergrund, literarischer Stellenwert Unter G. D. ist Poesie mit geistlichem (= geistl.) Inhalt und religiöser Zielsetzung zu verstehen, die sich oft, jedoch nicht ausschließlich biblischer Stoffe bedient. Angesichts der Tatsache, dass Religion das selbstverständliche Fundament und einigende Band frühnzl. Kultur bildete, überrascht es nicht, dass nahezu alle wichtigen Autoren v. a. des 16. und 17. Jh.s auch geistl. gedichtet haben. Auch noch im 18. und bis zur Mitte des 19. Jh.s nahmen theologische Literatur und Erbauungsliteratur in der Buchprodukt…

Geistliche Herrschaft

(876 words)

Author(s): Andermann, Kurt
1. Verbreitung seit dem Mittelalter G. H. im Sinne der Wahrnehmung obrigkeitlicher Befugnisse durch einen kirchlichen Würdenträger oder eine geistliche Korporation war – abgesehen vom Kirchenstaat und von Anomalien wie dem engl. Fürstbistum Durham – in der Nz. im Wesentlichen eine Besonderheit der Verfassungsentwicklung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und wurzelte in politischen Entscheidungen v. a. der ottonischen und frühsalischen Kaiser im 10. und 11. Jh. Grundherrliche Rechte, die in der Verfügungsgewalt von Bischöfen und Prälaten lagen, gab…

Geistliche Musik

(13 words)

s. Kirchenmusik

Geistliches Konzert

(1,386 words)

Author(s): Groote, Inga Mai
1. Begriff und Begriffsgeschichte G. K. ist eine vom Kompositionsprinzip des Konzertierens hergeleitete Bezeichnung für bestimmte Typen der Motette im 17. Jh., die jedoch keine strenge Gattungsdefinition impliziert. Der Begriff dient entweder zur Bezeichnung geringstimmiger, vom Generalbass begleiteter Motetten oder aber größer besetzter bzw. mehrchöriger Werke. Ab dem 18. Jh. wurde der Begriff G. K. auch für eine Konzertveranstaltung verwendet (s. u. 3.). Die Bezeichnung G. K. leitet sich aus dem Begriff des Konzertierens ab, der zunächst nur eine musikalische Satz…

Geld

(14 words)

s. Geldtheorie | Geldwert | Geldwirtschaft

Geldlohn

(1,862 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriffe Als Lohn wird die Vergütung unselbständiger Arbeit ( Lohnarbeit), d. h. die Vergütung der Leistung des Arbeitnehmers oder der Preis für die Ware Arbeit, bezeichnet. In der gewerbegeschichtlichen Literatur wird mitunter auch der Stückpreis (im Verlagssystem) oder der »Meisterlohn« (im Falle des Lohnwerks), den der Selbständige vom Kunden, Kaufmann oder Fabrikanten erhielt, unter dem Begriff Lohn subsumiert; im Falle ausgeprägter Abhängigkeitsverhältnisse konnte dieser Unterschied jedoch faktisch an Bedeutung verlieren. Als Lohnformen werden in der natio…

Geldstrafe

(12 words)

s. Buße | Strafe

Geldtheorie

(3,888 words)

Author(s): Rieter, Heinz
1. Der Geldbegriff Geld gibt es nachweislich seit den frühen Kulturen. Seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung erschließt sich auch etymologisch: So steckt in »pekuniär« der lat. Begriff pecus (»Vieh«, das einst auch als Tauschmittel diente; davon abgeleitet lat. pecunia, »G.«). Im Röm. Reich wurde 269 v. Chr. auf dem Kapitol eine Münzstätte neben dem Tempel der Göttin Juno errichtet, die u. a. das Münzwesen zu beschützen hatte. Ihr Beiname »Moneta« (ursprgl. »Göttin der Erinnerung« oder »Warnerin«) ist bis heute in Wörtern wie franz. monnaie, engl. money, span. mo…

Geldwert

(2,312 words)

Author(s): Metz, Rainer
1. Begriff Die Begriffe Geld und Wert gehören eng zusammen, denn »Geld« kommt von »gelten«, d. h. einen Wert haben (»Geld ist, was gilt«, G. Schmölders). Die Frage nach Wesen und Wert des Geldes wird seit Aristoteles im Rahmen der Geldtheorie bzw. -lehre erörtert. Sie gewann an Bedeutung, als sich im 12. und 13. Jh. die Stadtwirtschaft entfaltete und der Fernhandel expandierte. Mit der Ausbreitung der Geldwirtschaft und den sich verändernden Geld- und Währungs-Verhältnissen hat sie im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Antwort…

Geldwirtschaft

(5,713 words)

Author(s): North, Michael
1. Begriffe und Bezugsrahmen Eine G. ist ein Wirtschafts-System, das im Gegensatz zu Naturalwirtschaften und Tauschhandel mit Geld als allgemeinem Zahlungsmittel arbeitet. Geld erfüllt dabei drei volkswirtschaftliche Funktionen (vgl. Geldtheorie): Erstens dient es als universelles Tauschmittel, um Transaktionen mit beliebigen Gütern abschließen zu können. Zweitens lässt es sich als Mittel zur Aufbewahrung von Werten nutzen, so dass Transaktionen mit Waren zu einem beliebigen Zeitpunkt vorgenommen werden können. Schließlich dien…

Gelegenheitsdichtung

(2,942 words)

Author(s): Stockhorst, Stefanie
1. Begriff und Geschichte Die G., auch Casualdichtung (engl. occasional verse, franz. poésie de circonstance, ital. poesia d'occasione), zählt zu den lit. Zweckformen, da sie ihren Adressaten, bisweilen als Auftragsarbeit unter eigenem oder fremdem Namen, zu einem bestimmten Anlass ehrt. Bedingt durch das Mäzenatentum (Mäzen), reicht ihre Tradition bis in die Antike zurück. Sie begegnet bereits bei griech. (z. B. Sappho, Alkaios, Pindar und Anakreon) und bei röm. Dichtern ( Catull, Ovid oder Horaz). In der Frühen Nz. erlangten die 1417 von Gian Francesco Poggio Bracciolini…

Gelegenheitskomposition

(2,078 words)

Author(s): Kremer, Joachim
1. Definition Der Begriff G. erfasst musikalische Werke, die – ähnlich wie Gelegenheitsdichtung – zu bestimmten Anlässen entstanden sind, etwa zu Geburt, Tod, Hochzeit, kirchlichen oder politischen Gedenktagen. G. sind somit Teil einer Fest-Kultur im weitesten Sinn und abhängig vom steten Wandel der Festbräuche. Daraus folgert die Einbindung solcher Kompositionen in einen über das Werk hinausreichenden situativen und durch die Musik erinnerten oder a posteriori erinnerbaren Kontext. Erkennbar wird dies z. B. an der Hochschätzung, die die Öffentlichkeit im 18…

Gelehrsamkeit

(1,993 words)

Author(s): Döring, Detlef
1. Begriff Der Wortstamm geht zurück auf ahdt. lêren (»wissen lassen«, »mitteilen«) und lêra (»Unterweisung«); daraus entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s die Ableitung lersam, als Präfixbildung seit dem 16. Jh. gelehrsam und daraus der Begriff G. (seit dem 17. Jh.). Das lat. Wort eruditio und die davon abgeleiteten Bezeichnungen (engl. erudition, franz. érudition, ital. erudizione, span. erudición) kennzeichnen die G. als Prozess der Beseitigung von Unwissenheit und Unerfahrenheit (lat. ruditas) durch Unterweisung und Unterricht. Der im 17. Jh. aufkommend…

Gelehrte Frauen

(1,090 words)

Author(s): Coester, Christiane
Seit der Frühen Nz. führten Frauen selbständige, aktive, wenn auch keine gleichberechtigten Leben als Forscherinnen, als gelehrte Leserinnen und Schriftellerinnen (vgl. Dichter) sowie als Übersetzerinnen und Verlegerinnen. Da G. F. der Zugang zur akademischen Welt in der Regel verschlossen blieb, organisierten sie eigene Orte der Gelehrsamkeit und waren weniger an Universitäten oder Akademien als vielmehr an Fürsten-Höfen, in Salons, Klöstern und Haushalten tätig [2. 8–16]. G. F. untersuchten natur- und geisteswiss. Themen und beschäftigten sich mit Naturku…

Gelehrte Gesellschaft

(18 words)

s. Patriotische Gesellschaft | Sozietätsbewegung | Sprachgesellschaft

Gelehrte Medien

(1,264 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Begriff G. M. als institutionalisierte technische Vermittler von Gelehrsamkeit waren von jeher – für sich und in ihrem Zusammenspiel – keineswegs nur neutrale Instrumente des Wissens, sondern vielmehr Materialisation zeitgenössischer Wissensorganisation. In der Nz. entfaltete sich mit ihnen der große kulturelle Wandlungsprozess von der Mündlichkeit zur nun immer stärker druckbasierten Schriftlichkeit. Auf deren Eigenart beruhte die Entwicklung moderner Wissenschaft sowie nicht unwesentlich die Administrationsfähigkeit und damit Prävalenz der europ…

Gelehrtenkorrespondenz

(933 words)

Author(s): Döring, Detlef
1. Funktionen und Inhalte Der Briefwechsel bildete die älteste und lange Zeit wesentlichste Form der schriftlichen Kommunikation innerhalb der gelehrten Welt. Für die Forschung stellt er eine der aufschlussreichsten Quellen zur Untersuchung wissenschaftsgeschichtlicher Entwicklungen dar. Die oft umfangreichen Korrespondenzen (mitunter 20 000 und mehr Briefe) der Gelehrten von europ. Bedeutung (z. B. Erasmus von Rotterdam, Hugo Grotius, Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Christoph Gottsched) dokumenti…

Gelehrtenmigration

(11 words)

s. Peregrinatio academica
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