Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Bibel

(1,583 words)

Author(s): Schwöbel, Christoph
1. Die Bedeutung der Bibel in der Neuzeit Die Neuaufbrüche in allen Sphären der Kultur, die als Charakteristikum der europ. Nz. betrachtet werden, sind ohne Bezug auf die B. nicht zu verstehen. Die Neuorganisation der Gesellschaftsordnungen und Herrschaftsformen (Herrschaft), des Bildungswesens (Bildung) und der Wissenschaft (Wissen und Wissensideale), die neuen Impulse in Kunst und Literatur (Literarische Institutionen) sowie die neuen Interpretationen menschlichen Selbstverständnisses vollzogen sich weitgehend in Auseinandersetzun…

Bibelausgabe

(10 words)

s. Bibelübersetzung

Bibelauslegung

(10 words)

s. Exegese

Bibeldichtung

(1,547 words)

Author(s): Czapla, Ralf Georg
1. Definition Der Begriff B. erfasst ein Spektrum vielfältiger, zuweilen interferierender Textsorten in Versform, die inhaltlich entweder auf biblische Bücher, Episoden und Stoffe oder aber auf parabiblisches, apokryphes und legendarisches Schrifttum rekurrieren (Bibel). Als spezifische Form der geistlichen Dichtung setzte die nzl. B. zunächst spätantike und ma. Traditionen fort; seit der Reformation stand sie jedoch als Medium der Vermittlung christl. Tugendhaftigkeit (Tugend) vermehrt im Fokus von Abgrenzungsbestrebungen (Selek…

Bibeldrama

(732 words)

Author(s): Tschopp, Silvia Serena
Im weiteren Sinn umfasst der Begriff B. all jene theatralischen Dichtungen, die auf biblischen Stoffen beruhen; im engeren Sinn bezeichnet er einen im 16. und frühen 17. Jh. v. a. in protest. Territorien verbreiteten dramatischen Typus, dessen Genese und Geltungsgewinn im Kontext humanistischer und (gegen-)reformatorischer Bestrebungen zu sehen sind. Die fruchtbare Auseinandersetzung humanistischer Gelehrter (Humanismus) mit der antiken Komödie ( Terenz) und Tragödie ( Seneca) (Antikerezeption) begünstigte die Herausbildung und Durchsetzung neuer theatralischer …

Bibelepos

(12 words)

s. Epos | Bibeldichtung

Bibelgesellschaft

(755 words)

Author(s): Schneider, Hans
1. Anfänge B. (engl. Bible Societies) als Organisationen zur Verbreitung der Bibel sind erst im 18./19. Jh. entstanden. Doch die Aufgabe der Bibelverbreitung in der Volkssprache resultiert schon aus dem reformatorischen Verständnis der Bibel als einziger Autorität in christl. Glaubensfragen und des Priestertums aller Getauften, das allein auf die Bibel angewiesen ist ( Reformation). Mit der durch den Buchdruck ermöglichten Verbreitung von Luthers Bibelübersetzung, die in außerdt. protest. Ländern zu gleichen Unternehmungen anregte, begann die Entwicklung…

Bibelkritik

(1,887 words)

Author(s): Christophersen, Alf
1. Begriff »B.« bildet, wie die eng verwandte »Bibelwissenschaft«, den Oberbegriff für die methodengeleitete, kritische Exegese ( die Auslegung alt- und neutestamentlicher kanonisch-biblischer Texte sowie auch apokrypher und deuterokanonischer (i. e. dem nur in der Septuaginta überlieferten Kanon angehörender) Schriften. Im Rückgriff auf Prinzipien der antiken Philologie bildete sich in der Nz. ein festes historisch-kritisches Methodeninstrumentarium heraus (Textkritik; Historische Methode). Seine Auslegungsgr…

Bibelübersetzung

(3,774 words)

Author(s): Beutel, Albrecht | Walter, Peter | Bryner, Erich
1. Protestantismus Die Reformatoren sahen in der Bibel die vollständige, in sich evidente Offenbarung Gottes. Damit war eine spiritualistische Berufung auf zusätzliche innere Offenbarungen ebenso abgewehrt wie die katholische Auffassung, dass sich Gott gleichermaßen in Bibel und kirchlicher Tradition offenbart habe und die Bibel deshalb allein von den kirchlichen Sachwaltern der Lehrtradition (Lehramt), keinesfalls aber von jedermann, recht verstanden und gedeutet werden könne. Diese offenbarungstheologisc…

Bibelwissenschaft

(17 words)

s. Bibelkritik | Exegese | Hermeneutik | Judentum, Wissenschaft

Bibliographie

(877 words)

Author(s): Füssel, Stephan
1. Definition Unter B. im engeren Sinne versteht man Verzeichnisse von Büchern (später auch von unselbständig erscheinenden Publikationen in Zeitschriften, Aufsatzsammlungen etc.). Diese Verwendung ist zuerst in Gabriel Naudés Bibliographia politica (Venedig 1633) und Bibliographia militaris (1637) belegt, Übersichten über die wichtigsten Werke zu Fragen des Staates bzw. des Militärs. Bis dahin war der ursprünglich griech. Begriff für das Abschreiben von Büchern, für eine Typologie der Bücherverzeichnisse sowie für die Buchkunde selbst verwende…

Bibliotheca Magica

(1,134 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Vorgeschichte des Aberglaubendiskurses Das Projekt einer B. M. (»Magischen Bibliothek«) gehört in den Kontext des Kampfes zwischen Wissenschaft (Wissen und Wissensideale) und Aberglaube. Ausgehend von Christian Thomasius, der 1696 als Gutachter noch die Hinrichtung einer Hexe befürwortet hätte, wenn er von Kollegen nicht zurückgehalten worden wäre, wurden zu Beginn des 18. Jh.s frühere Debatten über Hexerei gezielt für politische Zwecke aufbereitet (Abschaffung der Hexenprozesse und der Folter). Der Jurist Johann Reiche, von Thomasius mit der …

Bibliothek

(3,829 words)

Author(s): Füssel, Stephan | Simon, Holger
1. Definition und Entwicklung bis zur Neuzeit Das aus dem 5. Jh. v. Chr. stammende griech. Wort bibliothḗkē (wörtlich »Ablage für Bücher«) wurde später auf den Aufbewahrungsraum, auf ein eigenes Gebäude und schließlich auf die Sammlung von Büchern selbst bezogen. Für die frühe B.-Geschichte im griech.-röm. Altertum ist der enge Zusammenhang zwischen Aufbewahrung und gelehrter Nutzung der Bücher konstitutiv; eine der bedeutendsten Buchsammlungen der griech. Antike, das Museíon in Alexandria, war um 320 v. Chr. als Forschungsstätte für Kultur und Literatur von …

Biedermeier

(864 words)

Author(s): Himmelheber, Georg
B. ist die Bezeichnung für den in Zentraleuropa zwischen ca. 1815 und 1830/35 vorherrschenden Kunststil. Sein Name geht auf den fiktiven »Gottlieb Biedermaier« zurück; unter diesem Pseudonym veröffentlichten A. Kußmaul und L. Eichrodt seit 1855 in den Fliegenden Blättern Spottgedichte auf die vermeintlich spießige jüngste Vergangenheit. Als (abwertende) Stilbezeichnung fand B. in den 1890er Jahren Eingang in die wiss. Literatur. Seit Beginn des 20. Jh.s erfuhr der Stil eine positive Würdigung [1]; [3]. Spezialuntersuchungen erschienen zunächst vorwiegend zu Möbeln [10]; [8…

Biene

(1,934 words)

Author(s): Geffcken, Hermann
Die B., 1758 durch Linné als lat. apis mellifera (»Honig-B.«) klassifiziert, ist ursprünglich in Europa, Westasien und Afrika heimisch. Wo die Dauer der blütenreichen Jahreszeiten (durch Kälte oder durch Dürre) zu kurz zur Vermehrung durch Schwärme und zum nachfolgenden Eintragen von Wintervorräten ist, kann sie nicht wild überleben [10]; weitere Honigbienenarten leben in Süd- und Ostasien. Zu Beginn der Nz. war B.-Haltung auf die Gebiete des natürlichen Vorkommens beschränkt. Brit. Siedler brachten europ. Honig-B. nach Amerika (Virginia, 162…

Bier

(2,206 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Konsum Während in Südeuropa und in Frankreich in der Nz. der Wein-Konsum überwog, gehörte im Norden und Osten des Kontinents der B.-Konsum zu den Grundkonstanten des Alltagslebens (Alltag). B. galt hier als Grundnahrungsmittel und – stärker eingebraut – als Fastenspeise [1]. Seit dem SpätMA vollzog sich im mitteleurop. Raum ein tiefgreifender Wandel im Konsum-Verhalten, in dessen Verlauf der Wein als Alltagsgetränk durch B. ersetzt wurde. Voraussetzung dafür war ein technischer Innovationsprozess, infolgedessen sich der Hopfen als B.-Würze allgemein durchsetzte un…

Bigamie

(897 words)

Author(s): Reinholdt, Katharina
B. (Doppelehe von lat. bi, »zweifach«; griech. gámos, »Hochzeit«, »Ehe«) bezeichnet das Eingehen einer zweiten Ehe, während die erste Ehe noch besteht. Die frühnzl. Definition von B. ist durch das christl. Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe geprägt. Daher umfasst sie nach kath. Auffassung neben der strafrechtlich relevanten Doppelehe (lat. bigamia simultanea oder bigamia vera, »gleichzeitige« bzw. »echte B.«) alle Ehen, die diesem Gebot zuwiderlaufen, wie etwa auch eine zweite Ehe nach dem Tod eines Gatten (lat. bigamia successiva). Die B. im engeren Sinne war seit Diokletian …

Bild

(22 words)

s. Altarbild | Genrebild | Historienbild | Landschaftsbild | Miniaturbild | Stadtbild | Standbild

Bildbeschreibung

(852 words)

Author(s): Rosenberg, Raphael
Kürzere B. sind seit dem 16. Jh. Bestandteil von längeren Texten, insbes. der frühnzl. Gattungen, die den Kunstdiskurs konstituierten – also von Viten, Reiseberichten, Traktaten einzelner Kunstgattungen, Werkmonographien, seit dem 18. Jh. auch von Ausstellungsbesprechungen, Galeriebriefen und Sammlungskatalogen, sowie Geschichten der Kunst nach den Denkmälern (Kunstgeschichtsschreibung) –, aber auch von Briefen und Belletristik. Seit dem 17. Jh. kommen B. als selbständige Texte vor; das früheste bekannte Beispiel ist M. Aguccis Manuskript über Carraccis Schlafende…

Bilderbogen

(643 words)

Author(s): Brückner, Wolfgang
B. ist in Deutschland ein Gattungsbegriff der Massenbilderforschung (vgl. [1]), die sich mit populärer Druckgraphik aller Art seit der Herstellung von Papier und dessen Bedrucken in Mitteleuropa kurz vor 1400 befasst. Der Ausdruck (meist in Verbindung mit dem Herstellungsort, z. B. Neuruppiner B., Münchner B.) ist jedoch als Bezeichnung für Produkte spezialisierter Bilder-Druckereien erst seit dem frühen 19. Jh. geläufig. Als Markenname entsprechend franz. Gewohnheit ( Imagerie d'Epinal, Imagerie rue Saint-Jacques aus Paris) hat sich international für die Massen…
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