Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Gelehrtenrepublik

(1,216 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Begriff Als Kernbestand utopischen Denkens (Utopie) und Spiegel der sozialen wie politischen Institutionalisierungsprozesse der vordringenden schriftbasierten Wissenskultur zählt die G. zu den zentralen, epochendefinierenden Konzepten der Nz. Der Begriff ist die dt. Entsprechung zu lat. res publica li(t)teraria (engl. republic of letters; franz. république des lettres) und bezeichnet das Gefüge öffentlicher gelehrter Schriftlichkeit; dabei standen von Anfang an wesentlich die Produzentengemeinschaft, die Produktionsweisen und die Verwaltung v…

Gelehrtensatire

(885 words)

Author(s): Košenina, Alexander
Kritik und Satire begleiten den Gelehrten und sein Wirken seit der Antike, als die griech. Sophisten erstmals in Europa die Voraussetzung professioneller Geistesarbeit schufen, indem sie für Geld unterrichteten. Gleichzeitig begründeten Aristophanes' Wolken 423 v. Chr. die Gattung der G.: In der Philosophenklause des Sokrates wird die Kunst karikiert, mittels Spitzfindigkeiten und Wortzauber Recht zu gewinnen. Von diesem frühen Beispiel an etablieren sich drei Gegenstandsbereiche der G. in Literatur und bildender Kunst: (1) Der Typus d…

Gelehrter

(886 words)

Author(s): Häseler, Jens
1. Begriff Die Bezeichnung G. für den Wissenschaftler vom SpätMA bis in die Mitte des 19. Jh.s verweist auf die für Wissenschaft konstitutive Rolle der Lehre an den Universitäten. Bis ins 18. Jh. überwogen lat. Termini wie scholasticus, vir doctus, eruditus etc. Die langsame Verselbständigung des Wissenschaftlers aus dem geistlichen Stand ist an dem im franz. MA gebräuchlichen Wort clerc erkennbar. Weitere Begriffe, die insbes. seit dem 16. Jh. an Bedeutung gewannen, sind homme docte, homme savant oder homme de science, érudit und lettré [9]. Homme de lettres wurde im 17. und 1…

Gelehrte Räte

(1,526 words)

Author(s): Wieland, Christian
1. Begriffsbestimmung Als »G. R.« wurden in der Nz. die akademisch (vornehmlich juristisch) gebildeten fürstlichen Beamten und Amts-Inhaber bezeichnet, die in der Zentralbürokratie (weniger in der Lokalverwaltung) bzw. in kollegial strukturierten Gremien als Gerichts- und Verwaltungs-Fachleute beschäftigt waren. Sie waren meist bürgerlicher Herkunft; ihre individuelle und kollektive Position als Mitglieder der Herrschaftselite wurzelte in der wiss. Bildung und in der Wertung ihrer beruflichen Tätigkeit als »Dienst am Allgemeinwohl«. Wie andere Eliten tendierte …

Gelehrte Sammlung

(14 words)

s. Sammlung, gelehrte

Gelehrtes Recht

(14 words)

s. Gemeines Recht

Gelehrte Zeitschrift

(716 words)

Author(s): Becher, Ursula A.J.
Unter G. Z. versteht man einen Zeitschriftentypus, der sich im 17. Jh. in Europa herausbildete: ein Rezensionsjournal, das ausführlich und zuverlässig über Neuerscheinungen berichtete und auch ältere Werke besprach (Rezension). Modell für diese Textgattung war das von dem Juristen Denys de Sallo 1665 in Paris herausgegebene Journal des Scavans. Etwa gleichzeitig erschienen auch in London ( Philosophical Transactions, 1665 ff.) und Rom ( Giornale de' letterati, 1668 ff.) ähnliche Zeitschriften. Deutschland folgte 1682 mit den Acta Eruditorum, die im Unterschied zu…

Gemeinde

(1,191 words)

Author(s): Leppin, Volker
1. Christliche 1.1. Spätmittelalter, Reformation und Konfessionalisierung Ausgehend von der seit der Karolingerzeit gültigen parochialen Struktur der Kirche (d. h. der Zuordnung von Wohnsitz und kirchlicher G.-Zugehörigkeit) entwickelte sich im späten MA ein starkes Bewusstsein insbes. der städtischen G. als sozialer Zusammenhang in politischer wie religiöser Hinsicht, so dass man im Blick hierauf sogar von einem corpus Christianum (»christl. Körperschaft«) im Kleinen sprechen kann [3]. Aus diesem zugleich kommunalen und parochialen Selbstbewusstsein entwic…

Gemeindeverfassung

(12 words)

s. Dorfgemeinde | Stadt

Gemeines Recht

(2,007 words)

Author(s): Eisfeld, Jens
1. Begriff Unter G. R. (lat. ius commune, engl. Common Law) im weitesten Sinn versteht man ein allgemeines oder gemeinschaftliches Recht. Im engeren Sinne war und ist damit in Kontinentaleuropa in erster Linie Röm., also das im Corpus iuris civilis (der im 6. Jh. von Kaiser Justinian veranlassten Rechtssammlung) niedergelegte Recht gemeint. Daneben umfasste G. R. weitere als allgemein verbindlich angesehene Rechtsquellen (im Alten Reich insbes. Reichsgesetze) im Gegensatz zu persönlich (Privilegien) oder geographisch (Partikularrech…

Gemeinheit

(10 words)

s. Allmende

Gemeinnutz

(13 words)

s. Gemeinwohl | Nutzen, gemeiner

Gemeinplätze

(13 words)

s. Loci communes | Topik

Gemeinschaftsverpflegung

(901 words)

Author(s): Krug-Richter, Barbara
1. Begriff Unter G. versteht man heute die »Versorgung von Verbrauchergruppen mit Speisen und Getränken in bestimmten Einrichtungen, z. B. Betrieben, Krankenhäusern, Heimen, Kasernen, Kindergärten und Schulen«, darüber hinaus jedoch auch bestimmte Formen der Außer-Haus-Verpflegung [1]. Der Begriff selbst ist eine Wortschöpfung des 20. Jh.s; das Grimm'sche Wörterbuch aus dem Jahre 1897 nennt ihn noch nicht. Das Phänomen hingegen hat eine deutlich längere Tradition als seine begriffliche Präzisierung: Bereits die Verpflegung in europ. spätma. und frühnzl. Hospitälern, …

Gemeinwohl

(2,168 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Grundlagen Jede Gemeinschaft ist mit dem Problem konfrontiert, die individuellen Bestrebungen ihrer Mitglieder mit dem Gemeinschaftszweck koordinieren zu müssen. Es war bereits eine Errungenschaft der Praxis und der v. a. religiös-christl. geprägten Theorie des MA, zur Lösung dieses Problems nach antiken Vorgaben insbes. das Gegensatzpaar von G. (lat. bonum omnium, bonum commune, salus publica) bzw. Gemeinnutz (lat. utilitas publica) und Eigennutz konzeptualisiert und in antiker Tradition dem G. den Vorrang zugesprochen zu haben. Das Spektrum der ma. und nzl. Geme…

Gemmenkunde

(1,016 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Antike Gemmen (von lat. gemma, »Edelstein«) sind kleine, in Halbedelsteine (meist Chalcedon, Karneol, Achat, Onyx oder Hämatit), Bergkristall oder auch Glas eingravierte Reliefs, die Porträts, mythologische Gestalten und Szenen, oft auch Inschriften bzw. magische Zeichen (Charakter) darstellen. Weil sie oft das gnostische Fabelwesen eines gerüsteten Hahns zeigen, den sog. Abrasax (Abraxas), wurden sie in der Nz. bisweilen »Abraxen« genannt. Bes. große und prächtige Gemmen heißen »Kameen« (ital. cameo; franz. camée als Ableitungen von gemma). Da Gemmen als Si…

Gemüse

(1,821 words)

Author(s): Hirschfelder, Gunther | Schaier, Joachim
1. Ernährung Das mhdt. Wort gemüese bezeichnete ursprünglich einen Brei aus gekochten Nutzpflanzen. Nach moderner Definition sind G. die roh oder nach besonderer Zubereitung genießbaren Teile meist einjähriger Pflanzen, die der menschlichen Ernährung dienen. Die Früchte mehrjähriger Pflanzen (Obst, Nüsse) sowie Getreidesamen werden nicht als G. bezeichnet. Trotz der fundamentalen Bedeutung auch für die nzl. Ernährung ist G. bislang nur am Rande erforscht worden. Das liegt v. a. daran, dass G. sowohl auf dem Land als auch im städtischen Bereich primär in Eigenwirtschaft ( Gar…

Gendarmerie

(912 words)

Author(s): Nowosadtko, Jutta
1. Allgemein Der Begriff »G.« (von franz. gens d'armes, »bewaffnete Leute«) hat im Verlauf seiner Geschichte einen drastischen Bedeutungswandel erfahren. Ab dem SpätMA bezeichnete er zunächst im Burgund königliche und fürstliche Leibgarden, wurde aber im Zuge der Französischen Revolution per Gesetz auf die sog. Maréchaussée übertragen (Soldaten, die zur Unterstützung der königlichen Gerichte in den Verwaltungszentren stationiert wurden), die seit 1791 den offiziellen Titel G. nationale führte. Seit dem 19. Jh. sind unter G. im Wesentlichen paramilitärische, m…

Gender

(12 words)

s. Geschlecht | Geschlechterrollen

Genealogie

(2,489 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Graf, Klaus
1. Begriff und Formen Seit Hekataios von Milet im 6. Jh. v. Chr. genealogíai (»Nachrichten über [adelige] Geschlechter«) sammelte, bezeichnet G. die Kunst, die Stellung eines Subjekts innerhalb seiner biologischen Verwandtschaft (lat. genus bzw. gens) zu ermitteln bzw. die Abfolge der Generationen innerhalb einer Familie zu rekonstruieren und darzustellen. Die genealogische (= gen.) Betrachtung dürfte das weltweit älteste und verbreitetste Verfahren sein, Stand und Rang eines Menschen in der Gesellschaft zu bestimmen bzw. Vergangenheit zu erinnern, zu erzählen, a…
▲   Back to top   ▲