Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Bekehrung

(1,334 words)

Author(s): Matthias, Markus
1. Begriff B. (lat. conversio; »Umkehr«, Konversion) oder das für dieselbe Erfahrung stehende Symbol der Neu- und Wiedergeburt sind allgemeine religiöse Phänomene. Ein Subjekt nimmt die B. als einen Akt wahr, durch den es in seiner religiösen oder quasi-religiösen (z. B. weltanschaulichen oder künstlerischen) Orientierung fundamental und umfassend neu ausgerichtet wird. 2. Typen B. kann bezeichnen: (1) die Um- oder Rückkehr zu bekannten, aber im Laufe der (Lebens-)Geschichte verlassenen, religiösen oder moralischen Werten, wie sie die israelitische …

Bekenntnis

(1,848 words)

Author(s): Axt-Piscalar, Christine
1. Bedeutung und Funktion des Bekenntnisses Grundfunktion des christl. B. ist die in Wort und Tat vollzogene öffentliche Bezeugung der Heilsoffenbarung Gottes in Person und Werk Jesu Christi, wie sie sich durch das Wirken des Heiligen Geistes dem Glauben erschließt (Offenbarung). Das B. ist der Grundakt sowohl des persönlichen Glaubens des Einzelnen als auch des Glaubens der Kirche als Gemeinschaft. Diese Funktion des B., wie sie im Neuen Testament für die ersten Christen und Gemeinden bezeugt ist (Römerbrief 10, 9; erster Brief an Timotheus 6, 12) und für den Anspruch der Glaubens…

Bekleidungsgewerbe

(813 words)

Author(s): Deceulaer, Harald
In den meisten spätma. und frühnzl. Städten Europas bildete das B., gemessen an der Beschäftigung, den zweitgrößten Sektor nach dem Baugewerbe. Eine große Anzahl von Schneidern, Strickern und Wirkern, Hut- und Mützenmachern, Bandwebern (vgl. Bandweberei), Gebrauchtwarenhändlern, Näherinnen u. a. bedienten den Bedarf der Konsumenten. Das Ausmaß und die Zusammensetzung des B. variierte über Raum und Zeit: Während Schneider auf dem Lande in den Quellen zum späten MA noch kaum Erwähnung finden, führte die Veränderung des ländlichen Lebensstandards im V…

Belagerung

(910 words)

Author(s): Hohrath, Daniel
In den Kriegen der Frühen Nz. waren B. von Festungsstädten ein sehr häufiges, wenn nicht das vorherrschende Element der Kriegführung [3. 632–685]; [5]. Die Bedeutung von Festungen lag auf mehreren Ebenen: Politische, strategische und logistische Aspekte waren untrennbar miteinander verbunden: Auch wenn Städte ihre Bedeutung als eigenständige politische Einheiten seit dem Ende des MA zusehends einbüßten, wurden Residenzstädte und Provinzhauptstädte in den frühnzl. Territorialstaaten zu Zentren fürstlicher Herrschaftsausübung und bevorzugt zu Festungen ausgebaut. Im …

Beleidigung

(906 words)

Author(s): Fuchs, Ralf-Peter
Im dt. Sprachgebrauch bezeichnet B. die Verletzung sowohl des Leibes (Gewaltkriminalität) als auch der Ehre. Auch im frühnzl. Gemeinen Recht wurden verschiedene Formen der B. unter einem Begriff (lat. iniuria) zusammengefasst. Unter iniuria fielen Kränkungen einer Person mittels verbaler und tätlicher B. (Verbal- und Realinjurien) sowie schriftliche B. und Kränkungen mittels Gestik und Mimik. Schimpfwörter, Schmähgesten und Gewaltrituale bildeten in der Nz. ein Zeichenrepertoire, das in Ehrkonflikten eingesetzt wurde. In diesem Rahmen verwiesen sie auf eleme…

Bel esprit

(13 words)

s. Schöngeist

Beleuchtung

(741 words)

Author(s): Jaritz, Gerhard
B. und B.-Körper sind in starkem Maße Indikatoren für die soziale Gruppenzugehörigkeit ihrer Benutzer. Im 15. und 16. Jh. wurden wie während des gesamten MA bes. Fackeln und Kienspäne als mobile Lichtträger verwendet. An Lichtgefäßen lassen sich Ton-, Glas- und Metalllampen nachweisen. Als Brennstoff wurden für diese v. a. Öle (z. B. Leinöl, Mohnöl) oder, bes. in Nordeuropa, Tran verwendet; derartige Lampen benutzte man in einfachen Haushalten bis ins 19. Jh. Andere B.-Mittel funktionierten auf der Basis fester Brennstoffe, wie das bi…

Bellum iustum

(14 words)

s. Krieg, gerechter

Beobachtung

(2,401 words)

Author(s): Steinle, Friedrich
1. Begriff B. (lat. observatio) stellt die Hauptquelle empirischen Wissens und zusammen mit dem Experiment das zentrale Verfahren der Naturwissenschaften und der empirischen Gebiete der Geistes- und Sozialwissenschaften dar (Empirismus). Als gerichtete, auf spezifische Gegenstände oder Gegenstandsaspekte fokussierte Aufmerksamkeit ist B. auch in nichtwiss. Lebensbereichen zu finden, wenn etwa ein Zeichner seinen Gegenstand, das Militär feindliche Linien, ein Roulettespieler seine Mitspieler oder ein Passant merkwürdige Gestalten auf dem Parkplatz beobachtet. 2. Tr…

Beredsamkeit

(10 words)

s. Rhetorik

Bergakademie

(979 words)

Author(s): Fessner, Michael
Die ab der zweiten Hälfte des 18. Jh.s gegründeten B. waren technische Fachschulen zur wiss. Ausbildung von Berg- und Hüttenbeamten ( Montanwesen). Die landesherrschaftlichen Montanverwaltungen hatten diese bislang aus erfahrenen Empirikern rekrutiert. Die fortschreitende bergbauliche Entwicklung erforderte aber zunehmend theoretisch ausgebildete Fachkräfte. Das Hauptmotiv zur Errichtung von B. lag im Verlangen der jeweiligen Landesherrschaft, die Bodenschätze rationeller zum Vorteil der Staatsfinanzen auszubeuten. Die B. waren deshalb administrativ u…

Bergbau

(10 words)

s. Montanwesen

Bergbauakademie

(10 words)

s. Bergakademie

Bergbautechnik

(3,045 words)

Author(s): Bartels, Christoph | Farrenkopf, Michael
1. Begriff Unter B. fasst man alle technischen Methoden und Hilfsmittel zusammen, die zur Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus dem Untergrund eingesetzt werden. Schon im 16. Jh. setzte eine Verwissenschaftlichung der B. ein, die bes. im Werk des G. Agricola (1494–1555) [1] sichtbar wird. Dort wurden die wesentlichen Felder der B. – Schachtabteufen und Streckenvortrieb, Grubenausbau, Gewinnung, Förderung, Wasserhaltung, Bewetterung, Beleuchtung und Grubenvermessung (Markscheidewesen) – umrissen. Daneben wurden Tagebautechniken wie z. B. der Gold- oder Mineralgewin…

Bergmann

(696 words)

Author(s): Küpper-Eichas, Claudia
B. heißt nach einem Bergbau-Wörterbuch des 18. Jh.s »ein jeder, so in der Gruben arbeitet oder ein Arsch-Leder träget; und vornehmlich dieser, welcher gute Wissenschafft in Bergwercks-Sachen hat« [3]. Als B. im engeren Sinne wird bis heute ein Arbeiter bezeichnet, der im Rahmen der Gewinnung und Förderung mineralischer Rohstoffe tätig ist (Montanwesen), im weiteren Sinne auch das Leitungspersonal und die Anteilseigner einer Grube (vgl. Abb. 1). Die Berufsgruppe des B. umfasste eine Vielzahl von Beschäftigten, wozu unter und über Tage tätige Arbeiter ebenso w…

Bergmannslampe

(745 words)

Author(s): Bartels, Christoph | Farrenkopf, Michael
Als B. bezeichnet man alle bei der untertägigen Gewinnung mineralischer Rohstoffe zur Erhellung der Grubenräume eingesetzten künstlichen Lichtspender. Als Sammelbezeichnung für B. hat sich der dt. Begriff des bergmännischen »Geleuchts« verbreitet [1]. Im Vergleich zu anderen Feldern der Bergbautechnik wurden während der Nz. zwar, abhängend von Bergbausparten und Montanregionen, viele Formen der B. ausgebildet. Konstruktion, Funktion und Brennmaterial basierten jedoch bis ins 18. Jh. auf Grundlagen, die sich z. T. schon im prä…

Bergmannsstand

(2,089 words)

Author(s): Laufer, Johannes | Küpper-Eichas, Claudia
1. Definition und Zugehörigkeit Der B. konstituierte sich als soziale Gruppe im Kontext der mitteleurop. Ständegesellschaften. Demnach bestimmten in erster Linie ethisch-normative Merkmale der sozialen Herkunft über die Zugehörigkeit zum B. und damit über die Lebenschancen, also das berufliche Fortkommen und die soziale Sicherung der Standesmitglieder. Die Wurzeln des B. gehen auf die Bergbaubruderschaften des späten MA zurück. In diesem Umfeld kollektiver Autonomie prägten sich berufsständische Ge…

Bergordnung

(642 words)

Author(s): Marquardt, Bernd
Die mitteleurop. B. stellte einen Spezialfall der nzl. Polizeiordnung zur Regelung von Rechtsfragen des Bergbaus dar ( Montanwesen), insbes. von Eisen-, Edelmetall- und Salzbergbaubezirken, und bildete daher einen Teil des Bergrechts. Vorläufer lassen sich bis auf das Trienter Bergrecht von 1185 zurückverfolgen. Nach einer älteren privilegienrechtlich gestalteten Phase gibt es Hunderte von Beispielen von B. aus dem 15. bis 18. Jh.; das 19. Jh. brachte den Übergang zu inhaltlichen und geographisch umfassenderen…

Bergrecht

(2,180 words)

Author(s): Westermann, Angelika
1. Definition und Entwicklung Unter B. versteht man jenen Normverbund, welcher die Rechte und Pflichten des Bergregal-Inhabers, der Gewerken (Anteilseigner von Bergwerken und Hütten) und aller Personen definierte, die durch ihre Arbeitskraft am Berg- und Hüttenwesen einer Montanregion beteiligt waren ( Montanwesen). Das B. traf Regelungen einerseits über das Verhältnis zwischen Grundeigentümer und Regalherrn (die Verleihung von Gruben und ihren Betrieb oder die an den Regalherrn zu leistenden Abgaben und dessen Rechte an den erzeugte…

Bergregal

(621 words)

Author(s): Westermann, Angelika
Das B. entzog den Grundbesitzern das Nutzungsrecht an den Bodenschätzen – zunächst an Edelmetallen sowie Salz, bald auch Kupfer und Blei, später z. T. Steinkohle und anderen Mineralien – und räumte es dem politischen Souverän ein, der damit ein finanzielles Mitnutzungsrecht sowie das Recht zur Verleihung nach Lehnsrecht erhielt. Dem Besitzer stand bei Nutzung seines Grundes für das Montanwesen eine Entschädigung zu. Das B. entstand im hohen MA und erlangte bald in fast allen europ. Staaten mit Bergbau Geltung, ausgenommen Großbritannien, wo das Recht der Grundherren a…
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